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Lifestyle

Gianni, der beste Fahrlehrer von Züri

Von: Ginger Hebel

19. März 2013

Gianni Sebestin, der Mitinhaber von Let’ZHgo! in Oerlikon, wurde zum Superfahrlehrer 2012 gewählt.

Die Strassen sind sein Leben. Der Zürcher Gianni Sebestin war siebzehn Jahre lang als Lastwagenfahrer unterwegs, fuhr 100 000 Kilometer pro Jahr. Er ist sich an prekäre Strassenverhältnisse gewöhnt und weiss mit den verschiedenen Verkehrssituationen umzugehen. Wenn er hinter dem Steuer sitzt, dann bringt ihn so schnell nichts aus der Ruhe.

Seit 2010 ist er Fahrlehrer und offenbar ein sehr beliebter, denn gerade wurde er zum Superfahrlehrer 2012 gewählt. Die Nutzerinnen und Nutzer der iTheorie-App haben über 700 Fahrlehrer aus der Schweiz bewertet. Der 37-Jährige freut sich über die Auszeichnung und kann sich die guten Beurteilungen seiner Fahrschülerinnen und -schüler nur so erklären: «Ich rede immer Klartext, korrigiere gleich während der Fahrt. Ich denke, die direkte Art kommt gut an.» Zusammen mit Samir Radic gehört ihm die Fahrschule Let’ZHgo! Fahrunterricht erteilen sie schweizweit, das Theorielokal befindet sich an der Binzmühle­strasse 15. Auch wenn die Fahrschüler hinter dem Steuer schwitzen und ihnen beim Kuppeln die Knie zittern – Gianni sitzt gelassen daneben. «Ich bin ein geduldiger Mensch und bringe anderen gern etwas bei.» Wichtig findet er, dass man Routine gewinnt und das im Fahrunterricht Gelernte in der Praxis umsetzt, denn Übung macht auch hier den Meister. «Bei mir gibts Belohnungen», sagt er schmunzelnd. Wenn jemand auf einer von ihm gewählten Strecke beispielsweise alle Rechtsvortritte erkennt, dann spendiert er ein Red Bull.

Die meisten seiner Fahrschüler wurden durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf ihn aufmerksam oder aufgrund der vielen Empfehlungen im Onlinegästebuch. «Früher war wichtig, dass man sich mit den Verkehrsrechten auskannte, heute muss man im Verkehr mithalten können», sagt Sebestin. Er bringt ihnen bei, wie man anfährt, wie man korrekt schaltet, richtig blinkt und einspurt. Besonders grossen Wert legt er auf die Blicksystematik – Blick in den Innenspiegel, in den Aussenspiegel, Seitenblick, blinken, einspuren. Zwölf Punkte gibt es vor dem Abbiegen zu beachten. Denn was die meisten falsch machen: Sie schauen oft nicht genug und halten zu wenig Abstand. 30 Fahrlektionen brauchen seine Schüler im Schnitt, bevor sie sich zur Prüfung anmelden. Doch Gianni Sebestin geht es nicht nur darum, sie durch die Prüfung zu bringen, er will ihnen den Spass am Autofahren vermitteln. Denn viele Automobilisten fühlen sich vom hektischen Stadtverkehr überfordert, von den Spionen, den Staus, den bei Rot über die Ampel fahrenden Velofahrern. «Wenn das Tram naht, dann bekommen die meisten Panik. Doch im Grunde genommen ist Autofahren in der Stadt einfacher als auf dem Land, wo man mit höherer Geschwindigkeit unterwegs ist», sagt Sebestin.

Dem Profi fällt auf, dass sich heute besonders viele Fahranfänger von anderen Verkehrsteilnehmern nervös machen lassen, die Nerven verlieren und überreagieren, wenn einer auffährt oder überholt. Er hat es sogar schon erlebt, dass eine Fahrschülerin mitten auf der Strasse den Autoschlüssel zog und genervt ausstieg, weil hinter ihr einer hupte. «Es sollte einem egal sein, wenn einer hupt, man darf sich davon nicht ablenken lassen. Wichtig ist, dass man versucht, den Verkehr flüssig zu halten.»

Zu Gianni Sebestin kommen aber nicht nur Fahranfänger, sondern auch über Sechzigjährige, die den Ausweis längst im Sack haben, sich aber nicht mehr ans Steuer trauen, weil jahrelang immer der Mann fuhr. Doch er ist sich sicher: Autofahren kann man nicht verlernen, wohl aber die Sicherheit verlieren. Er hat sein persönliches Ziel erreicht, wenn Frauen, die ewig nicht mehr selber Auto gefahren sind, bei ihm ein paar Lektionen nehmen und dann sagen: «Gianni, ich hatte keine Freude mehr am Fahren, aber jetzt habe ich sie wieder.» Denn schliesslich sollte man sich auch sicher fühlen am Steuer, wenn Superfahrlehrer Gianni nicht daneben sitzt. 

Fahrschule Let’ZHgo! Gianni Sebestin und Samir Radic

www.letzhgo.ch

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Leserkommentare

Patrizia Scudo - Er wird auch der frauenflüsterer genannt...

Vor 6 Jahren 8 Monaten  · 
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