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Lifestyle

Jede Torte ein einzigartiges Kunstwerk

Von: Isabella Seemann

17. März 2015

Die Amerikanerin Dançoise Koechler zählt zu den besten Tortenkünstlern der Schweiz. Ein ­Besuch in ihrem Atelier beim Bahnhof Enge.

Im Tortengeschäft muss man auf alles gefasst sein. Wenn ein Motorrad-Fan sich zum 50. einen Geburtstagskuchen mit seinem Lieblingsgefährt wünscht, dann antwortet Dançoise Koechler «no problem», setzt sich ins Atelier und bildet aus Zuckermasse eine Harley nach. Halb Künstlerin, halb Konditorin, ist die 30-jährige Amerikanerin mittlerweile eine der berühmtesten Cake-Kreateu­rinnen Zürichs. Wer auf den Geschmack kommen will, steht nur vor einem Dilemma: Um ihre Meisterwerke zu kosten, muss man sie zerschneiden. Den ultimativen Mädchentraum einer Hochzeitstorte etwa, verziert mit Dutzenden hauchzarter, rosa-, lachsfarbener und weisser Zuckerblüten, auf vier Stöcken mit edler Pastellglasur, jede Etage abgesetzt durch schimmerndes Satinband. Einen guten Quadratmeter Platz braucht das handgemachte Hochzeitsunikat – und am besten eine schützende Glasvitrine dazu, denn Dançoise Koechler und ihr Team haben in tagelanger geduldiger Handarbeit an diesem filigranen Zuckerkunstwerk gearbeitet.

Zuweilen ähnelt eine Torte aber auch ganz profan dem Lieblingsgericht des Geburtstagskinds: einem riesigen Hamburger aus Biscuit mit Ganache- und Fondantüberzug. Torten als massgefertigte Kunstwerke entsprechen dem Zeitgeist. Auf Facebook hat die Cake Lady schon 22 000 Fans. Dabei war ­backen und kochen lange nur ihr Hobby. Die Kalifornierin hat in San Diego International Business und Marketing studiert und dort ihren Mann, einen Schweizer kennen gelernt. Vor sieben Jahren zog sie mit ihm in die Schweiz. Im Gepäck: kaum mehr als ihren Lebenstraum und ihr Talent. Für ihren Sohn fing sie an, Kuchen zu backen in Form ­eines Teddybären. Inspiriert von der Kultsendung «The Cake Boss» wagt sie sich an ausgefallenere Formen. Die kreativen Torten kamen in ihrem Bekanntenkreis so gut an, dass erste Bestellungen eingingen.

An den renommiertesten Patisserieschulen in London und Toronto liess sie sich weiter ausbilden, Mann und Kinder nahm sie kurzerhand mit. Sie war 27 Jahre, als sie ihre Berufung zum Beruf und sich selbstständig machte mit The Cake Lady. Vor anderthalb Jahren eröffnete sie ihr Zuckerbäckeratelier an der Seestrasse beim Bahnhof Enge. Mittlerweile hat sie drei Angestellte, die sie selber zu Tortendekorateuren ausgebildet hat. «Die Torten sollen so gut schmecken, wie sie aussehen», sagt sie, «deshalb benutzen wir keine Fertigzutaten und künstliche Aromen, sondern nur frische Produkte.» Jeder Kuchen ist ein Einzelstück und wird nach den Ideen des Kunden hergestellt. Oft hat das Motiv eine persönliche Bedeutung. «Manch ein Beschenkter weint vor Glück, wenn er die Torte sieht», erzählt Dançoise Koechler gerührt. Wenn ihre Torte feierlich und unter «Oh, là, là!»-Rufen angeschnitten wird, dann ist das oft die Krönung der Feier. Man muss aber nicht auf einen speziellen Anlass warten, um in den Genuss eines Stückchens Glück zu kommen: In ihrem Zuckeratelier in der Enge verkauft die Cake Lady seit Mitte März auch Miniaturkuchen, kleine, kunstvoll verzierte Cupcakes.

The Cake Lady
Seestrasse 43
Tel. 043 344 93 33

www.thecakelady.ch

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