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Lifestyle

Das Waldhotel liegt an sonniger Panoramalage in Davos.

Nach der Saison ist vor der Saison

Von: Ginger Hebel / Sacha Beuth

12. März 2013

Das «Tagblatt der Stadt Zürich» stellt drei Winterdestinationen vor, deren Besuch sich auch nach den Sportferien lohnt.

Davos - ein Ort für Sportler und Genussmenschen

Sonnenanbeter lieben den März in den Bergen, weil die Sonne jetzt schön wärmt und der Himmel in einem ­intensiven Azurblau strahlt, von dem man nach dem langen grauen Züri-Winter gar nicht mehr glaubt, dass es ihn gibt. Wer in den Winterferien die Abwechslung liebt, der ist in Davos richtig. Davos/Klosters gehört zu den grössten Schneesportregionen der Alpen. Ob Parsenn, Pischa oder ­Rinerhorn, sechs Berge bieten Skifahrern und Snowboardern Pisten aller Schwierigkeitsgrade. Wer lieber im Tal bleibt, der kann sich auf der Eisbahn vergnügen, langlaufen und wandern. Eine empfehlenswerte Adresse für alle, die abschalten und auftanken wollen, ist das Waldhotel. Das 4-Stern-Superior-Haus bietet 46 Zimmer, die meisten wurden letzten Sommer neu gestaltet. Ein Erlebnis für sich mit grandioser Sicht: die Junior–Suiten im 5. Stock. Sie tragen die architekto­nische Handschrift von Pia Schmid und Hans-Jörg Ruch, sind luxuriös mit ­Arvenholz und Valser Granit ein­gerichtet und verfügen über raum­hohe Glasfronten. Direkt vom Bett ist der Blick besonders nett: Man schaut auf Davos herunter und kann den Skifahrern zusehen, die auf dem Jakobshorn die Pisten runterwedeln. «Unser Haus spricht Individualisten und Geniesser an, die sich erholen und verwöhnen lassen wollen», sagt Bardhyl Coli. Der 1984 Geborene gehört zu den jüngsten Hoteldirektoren der Schweiz. Er ist engagiert und präsent, man spürt, dass er seine Aufgabe als Gastgeber liebt. Wöchentlich veranstaltet er Führungen durchs Haus und erzählt von damals, als das Waldhotel ein Sanatorium war und den Literaten Thomas Mann zu seinem berühmten Roman «Der Zauberberg» inspirierte. Als 1912 seine Frau hier kurte, besuchte er sie und schrieb ein Buch. Damals wie heute tat die klare Bergluft Körper und Seele gut. Und weil der Nebel auf 1560 m ü. M. praktisch keine Chance hat, verordnete man den Tuberkulosepatienten Sonnenstunden im Liegestuhl. 1957 wurde das Sanatorium zu einem Hotel umgebaut. Noch heute laden original Davoser Liege­stühle auf den grossen Balkonen zum Relaxen ein. Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann entspannt man sich im haus­eigenen Wellness-Pavillon mit Solebad. Feinschmecker treffen sich im mit 15 «Gault Millau»-Hauben aus­gezeichneten Gourmetrestaurant Mann & Co. Küchenchef Thorsten Bode verwöhnt mit französischen Kreationen und lässt Elemente aus der Molekularküche einfliessen. Sommelier Bardhyl Coli empfiehlt edle Tropfen und entführt die Gäste auf Wunsch in den begehbaren Weinkeller.


Wer nach Davos kommt, will die Natur geniessen. Idyllisch ist der 2,6 Kilometer lange Thomas-Mann-Weg, der vom Waldhotel zur Schatzalp führt. Empfehlenswert auch die Wanderung von Clavadel den Bergbach entlang durchs Sertigtal. Hinten befindet sich das Restaurant Walserhuus, wo einheimische Spezialitäten aufgetischt werden. Wer nicht spazieren mag, setzt sich in die Pferde­kutsche, und wer das ­Dolcefarniente geniessen will, nimmt Platz an der Sonne. Herrlich sind die Strandkörbe im Bolgen Plaza. Man schaut den Boardern in der Halfpipe zu und geniesst Après-Ski-Momente. Die Wintersaison dauert noch bis ­Mitte April. Doch Davos ist eine Ganz­jahresdestination und ein Biker-Paradies; Mountainbiker können hier alle Wanderwege befahren. Und auch wenn der glitzernde Schnee irgendwann schmilzt – der nächste Winter kommt bestimmt.

Winterpreise im Waldhotel pro Zimmer/Nacht inkl. Frühstück: DZ ab 370 Fr.; ­Suiten ab 540 Fr.; Sommerpreise: DZ ab 250 Fr.; Suiten ab 510 Fr. Der kostenlose Hotelbus fährt halbstündlich, wohin man in Davos will. Für Leute, die den edel-rustikalen Stil mögen, gibt es die neue Dependance Chalet Berghof Sertig im Sertigtal.

www.waldhotel-davos.ch
www.bolgenplaza.ch

www.davos.ch

 

 

Längenfeld/Sölden – für Alpin- und Après-Ski-Fans

Das österreichische Sölden ist für eingefleischte Skifahrer gleich in zweierlei Hinsicht ein Mekka. Einerseits stehen einem dort 33 Liftanlagen mit total 150 Pistenkilometern zur Verfügung. Anderseits reihen sich im Ort selbst Skihütten, Restaurants und Bars, sodass auch für das Après-Ski-Vergnügen reichlich gesorgt ist. Aber auch Personen, die es etwas ruhiger mögen, kommen in diesem Gebiet auf ihre Kosten. Zum Beispiel im rund 7 Kilometer entfernten Längenfeld. Abseits des Trubels bietet dort Interhome mehrere Ferienwohnungen an. Gerade in der Nachsaison kann man dort preisgünstig übernachten, ohne auf das Wintersportvergnügen im schneesicheren Ötztal verzichten zu müssen. Zudem dauert dann auch die Anfahrt nur dreieinhalb Stunden, während man in den Sportferien – wegen Stau zwischen Bludenz und Arlbergtunnel – gut die doppelte Zeit braucht.

Für Grossfamilien besonders geeignet ist die Ferienhaus Patrizia im Ortsteil Huben mit mehreren Wohnungen unterschiedlicher Grösse bzw. Zimmerzahl. Die Wohnung Steinbock beispielsweise bietet bis zu 8 Personen Platz. Diesen stehen drei Badezimmer, mehrere Sat-TVs, eine voll ausgerüstete Küche samt Geschirrspüler sowie ein Skiabstellraum zur Mitbenützung zur Verfügung. Weniger winterharten Personen sei empfohlen, den Schwedenofen anzufeuern, denn ansonsten ist es in der Wohnung doch recht frisch. Wer keine Lust hat, selber zu kochen, kann in einem der drei in unmittelbarer Nähe befindlichen Restaurants die österreichische Küche geniessen. Besonders empfehlenswert ist der Besuch des schmucken Gasthofs Felsenhof mit wunderbaren und grosszügig portionierten Speisen zu günstigen Preisen.

Zu den Skigebieten gelangt man am besten mit dem Bus (für Skipassinhaber gratis). Die Bushaltestelle befindet sich ebenfalls gleich um die Ecke. Allerdings ist es für Auswärtige nicht gerade einfach, herauszufinden, welche Linie nun an welchen Stellen hält. Mitunter ist es so, dass eine Haltestelle auf dem Hinweg nach Sölden angefahren wird, auf dem Rückweg aber nicht und man von einer anderen Station zusteigen bzw. umsteigen muss. Das Ganze ist aber immer noch einfacher, als mit dem eigenen PW einen der raren – und teilweise teuren – Parkplätze in der Nähe der Gondelstationen zu suchen. Bei der Wahl des Skigebiets zieht es die Profis in der Regel aufs Giggijoch, den Gaislachkogl oder zum Tiefenbach­gletscher. Kleine und grosse Anfänger sollten mit dem Skifahren vorzugsweise am Innerwald beginnen. Dort befindet sich auch eine Dépendance der Skischule Sölden/Hochsölden, deren Skilehrerinnen und Skilehrer ein hohes Mass an Geduld zeigen und gerade mit Kindern gut umgehen und ihnen Freude am Skifahren vermitteln können. Skiausrüstung kann allenfalls gleich direkt neben dem Doppelskilift Innerwald gemietet werden.

Für alle, die nicht Ski fahren, wird es in Sölden etwas schwierig. Winterwander- und Schlittelwege sind kaum vorhanden oder zum Teil gefährlich und die Loipen schlecht ausgeschildert, bzw. schlecht als solche zu erkennen. Es gibt zwar eine Eisbahn, die ist aber klein und ist erst ab 14 Uhr geöffnet. Ausserdem ist das Eis sehr weich und die Mietschlittschuhe teilweise ungeschliffen. Kurz: für Skifans das Paradies, ansonsten gibts geeignetere Destinationen.

Nachsaisonpreis für Wohnung im Ferienhaus Patrizia: 3 Nächte ab 352 Franken, 7 Nächte ab 820 Franken. Ein 1-Tages-Skipass für Erwachsene für das ganze Skigebiet kostet in der Nebensaison 45.50 Euro.

www.interhome.ch
www.soelden.com

www.oetztal.com

Crans-Montana – Vielfalt und Qualität

Die Schweizer Skiorte haben ja allgemein den Ruf, qualitativ top, aber auch äusserst teuer zu sein. Ersteres stimmt generell, die Preise sind jedoch selbst für Familien im Vergleich zum Ausland durchaus konkurrenzfähig. Vor allem, wenn man die Infrastruktur wie etwa in Crans-Montana beachtet. Dort stehen den Wintersportlern insgesamt 140 Pistenkilometer zur Verfügung, die sich auf 17 blaue, 20 rote und 4 schwarze Pisten verteilen. Und weil der Ort auf etwa 1500 und die Skigebiete bis auf rund 3000 Metern liegen, gilt die Region zudem als äusserst schneesicher.

Daneben kann man aber auch ausgiebig anderen Sportarten frönen. Es gibt zwei Eisfelder, eine schöne 6 Kilometer lange und sichere Schlittelbahn, sechs Langlaufloipen, mehrere Winterwanderwege, Curling, Snowbike, Snowtubing usw. Als Unterkunft für Familien drängt sich die Residenz Le Trefle geradezu auf. Mit allem Komfort ausgestattet, bietet sich Platz für bis zu 6 Personen und sie liegt quasi direkt neben der Seilbahn. Einziger Nachteil: Restaurants sind etwas weit entfernt.

Nachsaisonpreise in der Residenz Le Trefle: 3 Nächte ab 456 Franken, 7 Nächte ab 1063 Franken. Ein 1-Tag-Skipass für Erwachsene kostet in der Nebensaison 63 Franken.

www.interhome.ch
www.crans-montana.ch/hiver/de/

 

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Leserkommentare

Ruedi Kälin - Vielen Dank für die Ferientipps. Werde gleich buchen.

Vor 7 Jahren 8 Monaten  · 
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