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Mit der Schliessung von Manor verschwindet das letzte ursprüngliche Warenhaus an der Bahnhofstrasse. Bild: PD

Das Ende einer Ära an der Bahnhofstrasse

Von: JS/RED

24. September 2019

35 Jahre lang gehörte das Warenhaus Manor an der Bahnhofstrasse zu einer der beliebtesten Einkaufsadressen in der Stadt Zürich. Jetzt kapituliert das Manor-Management im juristischen Seilziehen mit der Eigentümerin.

Die neuste grosse Umwälzung an der Zürcher Bahnhofstrasse war jahrelang in der Schwebe geblieben, am Montag nun wurde sie zur Gewissheit: Nach über 35 Jahren an der Bahnhofstrasse 75–79 schliesst das Warenhaus Manor seine Tore. Einigungsversuche mit der Vermieterin Swiss Life, längerfristig am heutigen Standort an der Bahnhofstrasse zu bleiben, seien gescheitert, so Manor-CEO Jérôme Gilg. «Wir sehen uns darum gezwungen, unser Warenhaus auf den 31. Januar 2020 zu schliessen. Ein Verbleib über dieses Datum hinaus wäre mit zu grossen juristischen Unsicherheiten behaftet.»

Bis zuletzt habe sich Manor um eine einvernehmliche Lösung mit der Eigentümerin bemüht. Zahlreiche Gespräche zur Weiterführung des Mietvertrages hätten stattgefunden. Manor habe auch den Erwerb der Liegenschaft zu einem für die Bahnhofstrasse marktgerechten Preis angeboten. Noch vor wenigen Wochen habe das Unternehmen der Swiss Life eine Kaufofferte unterbreitet, die abgelehnt worden sei.

«Allesamt unrealistisch»
Von der Schliessung sind 290 Manor-Mitarbeitende sowie rund 190 Mitarbeitende eingemieteter Firmen betroffen. Um möglichst vielen Manor-Mitarbeitenden eine Weiterbeschäftigung zu ermöglichen, gilt in den 16 umliegenden Warenhäusern von Manor bis auf weiteres ein Einstellungsstopp. Ein Sozialplan, zu dem nun die Konsultationsphase mit der Personalkommission beginnt, sieht Abfindungszahlungen und frühzeitige Pensionierungen sowie Unterstützung bei der Stellensuche vor.

Die Swiss Life möchte die Häuser lukrativer vermieten. Der Umbau soll rund 100 Millionen Franken kosten. Danach könnten exklusive Boutiquen und Büros einziehen. Das Seilziehen um  das Schicksal des Warenhauses begann bereits 2011. Statt 6 Millionen Franken im Jahr sollte Manor nun 19 Millionen bezahlen. Ein marktüblicher Mietzins für ein Warenhaus liege bei 5 bis 7 Prozent des Umsatzes und nicht bei 17, so der Standpunkt von Manor.

Swiss Life nimmt in einer deutlich formulierten Mitteilung zum Schliessungsentscheid von Manor Stellung. Leider habe es das Management von Manor unterlassen, rechtzeitig einen alternativen Standort zu finden, obwohl seit 2011 bekannt sei, dass der Mietvertrag auslaufe. «Die Leidtragenden dieser fehlenden unternehmerischen Voraussicht sind die Mitarbeitenden von Manor», heisst es weiter.

Die Berechnungen von Swiss Life hätten zudem einen «wesentlich höheren Wert» für diese hochwertige Liegenschaft als den von Manor angebotenen Kaufpreis ergeben. «Die Kaufangebote von Manor waren allesamt unrealistisch und trugen dem einmaligen Standort und dem aktuellen Marktumfeld keine Rechnung.» Es sei nicht die Aufgabe von Swiss Life, «einen Konzern mit dem Geld unserer Versicherten zu subventionieren, indem wir auf eine marktübliche Miete verzichten».

1984 hatte die Manor-Gruppe das frühere Warenhaus Oscar Weber übernommen und es für 20 Millionen Franken zu einem Vilan-Warenhaus umgebaut.

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Leserkommentare

Andrea Zryd - Nun sind ja da in diesem Haus also weitere teure langweiligen Marken Boutiquen geplant, die ihre Kleider sicher dazu zum Teil in Billigländer produzieren lassen! Die Bahnhofstrasse verarmt weiter und ist schlussendlich nur noch für die Touristen da.
Das
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Vor 7 Monaten 2 Wochen  · 
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