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Der Boom des Quartiers Albisrieden trifft auch die Pächter des Gartenareals Freilager-Ost. Bilder: PD/Stadt Zürich

Das Ende einer Oase

Von: Jan Strobel

29. Oktober 2019

Das Gartenareal Freilager-Ost in Zürich-Albisrieden muss nach über 65 Jahren dem Neubau der Schulanlage weichen. Die Gärten wurden bereits geräumt.

Wenn «Tagblatt»-Leserin Verena Ebinger in Zürich-Albisrieden mit dem Velo unterwegs ist, dann gehört der Weg bei den Gartenanlagen des Familiengartenvereins Aussersihl beim Freilager zu ihren liebsten Abschnitten. «Es ist eine grüne Oase mitten in diesem rasant wachsenden Quartier mit einer unglaublich vielfältigen Biodiversität», sagt sie.

Doch zumindest das Gartenareal Freilager-­Ost gehört bald der Vergangenheit an. An seiner Stelle wird die Stadt Zürich die Schulanlage Freilager bauen. Die Pächter auf diesem Areal mussten bereits ihre Gärten räumen, für Verena Ebinger ein unverständlicher Vorgang. «Man hätte auch einen anderen Standort für den Neubau finden können, statt wertvollen Grün- und Gartenraum aufzuheben», moniert sie.

Eine Parkanlage für alle

Vergangenen Mai sagten die Stimmberechtigten der Stadt Zürich mit 84,4 Prozent deutlich Ja zu einem Objektkredit von 63,3 Millionen Franken für den Neubau der Schulanlage Freilager mit einer dazugehörigen Energiezentrale. Das neue Schulhaus soll das Schulraumangebot im Schulkreis Letzi ausbauen. Der Neubau, der 2022 eröffnet werden soll, wird Platz für 15 Primarschulklassen, drei Klassen der heilpädagogischen Schule sowie zeitgemässe Betreuungseinrichtungen der Tagesschule bieten. Neben Mehrzwecksaal und Bibliothek sind Räume für Sport, Musik, Werken, Therapie und Verpflegung sowie auch eine eigene Schulschwimmanlage vorgesehen. Die Wärmeerzeugung wird mit der eigenen Energiezentrale bis zu 100 Prozent CO2-neutral sein.

Die Stadt, sagt Grün Stadt Zürich, pflege einen steten Austausch mit den Familiengartenvereinen. Die Information zur Planung sei im Freilager über mehrere Jahre erfolgt, die Zusammenarbeit habe sich sehr konstruktiv und lösungsorientiert gestaltet. Tatsächlich falle in der Stadt Zürich zurzeit Gartenland weg wie im Areal Freilager. «Aber es wird an anderer Stelle wieder neues Gartenland geschaffen, wie im Dunkelhölzli. Einen 1:1-Ersatz können wir nicht bieten, da die neuen Areale erst im Aufbau sind und am Stadtrand liegen und die Familiengartenvereine innerhalb der bestehenden Areale zu wenig Fluktuation haben, um alle Pächter neu unterzubringen», macht Grün Stadt Zürich deutlich. «Einige Pächter konnten jedoch bereits diesen Herbst frei gewordene Familiengärten übernehmen oder haben sich beim neuen Gartenareal Dunkelhölzli angemeldet. Ehemalige Pächter vom Areal Freilager geniessen dort bei der Vergabe Vorrang.»

Gemäss Immobilien Stadt Zürich basierte der Standortentscheid für die neue Schulanlage auf den Erkenntnissen einer Evaluation, die vier verschiedene Standorte umfasst habe. Als Favorit aus dieser Evaluation sei das Familiengartenareal hervorgegangen. «Dies unter anderem, weil das Land der Stadt gehört und weil die Schulanlage dort erstellt werden kann, wo am meisten Schülerinnen und Schüler erwartet werden», so Immobilien Stadt Zürich. «Zudem ergeben sich räumliche Synergien zwischen Schulanlage, GZ Bachwiesen und Alterszentrum Mathysweg: Es entsteht – zusammen mit dem parkartigen Pufferstreifen südwestlich der Wohnsiedlung Freilager – ein grüner Aussenraum für alle.» Dies sei ein entscheidender Vorteil gegenüber dem heutigen privat genutzten Gartenareal.

Der Neubau der Schulanlage Freilager wird rund 350 Schülern Platz bieten.

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Leserkommentare

Emil Berger - Solchen Bauvorhaben in der Stadt wird fast ausnahmslos vom Volk zugestimmt, egal wie umstritten vor Ort sie sind. Die allergrösste Mehrheit der Stimmenden ist davon jeweils nicht betroffen, darum sind ihnen auch die negativen Auswirkungen idr. egal. Hauptsächlich
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