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Illustration der geplanten Lewa-Savanne: Ab 2020 braucht man für eine Safari nicht mehr nach Kenia zu fliegen, sondern kann Afrika-Feeling täglich vor Ort erleben. Illustration: Zoo Zürich; G. Brown / Bilder: Sacha Beuth

Die Langhälse kehren auf den Zürichberg zurück

Von: Sacha Beuth

03. Oktober 2017

Nach über 60 Jahren Absenz wird der Tiergarten ab 2020 wieder Giraffen zeigen. Sie sollen zusammen mit Nashörnern, Zebras und anderen Vertretern der afrikanischen Fauna die künftige Lewa-Savannen-Anlage bevölkern. Am Montag luden die Zooverantwortlichen zum Baustart.

1956 stolzierten das letzte Mal Giraffen durch ein Gehege des Zoos Zürich. Seither wurden die Langhälse von vielen Besuchern schmerzlich vermisst. Dies hat bald ein Ende. Die Giraffen sollen 2020 zurückkehren und fortan in der neuen Lewa-Savanne-Anlage leben, zu deren «offiziellen Baustart» der Zoo am Montag die Medien geladen hatte. Für Zoopräsident Martin Naville ein Freudentag: «Schliesslich gehören Giraffen neben Pinguinen und Elefanten zu meinen Lieblingstieren. Und ohne sie ist ein Zoo irgendwie kein richtiger Zoo.»

Das über 4 Hektaren grosse Gehege wird das vom Zoo unterstützte Schutzgebiet Lewa Wildlife Conservancy im Norden Kenias symbolisieren und neben den hoch gewachsenen Paarhufern auch Breitmaulnashörner, Grevy­zebras, Springböcke und Strausse beherbergen. In direkter Nachbarschaft, aber auf separaten Anlagen, sollen zudem Tüpfelhyänen, Erdmännchen, Stachelschweine, Nacktmulle und Graupapageien, Dahomeyrinder und Echsen, darunter Riesengürtelschweife, einziehen.

Geografische Fehler

Nicht alle davon kommen im echten Lewa-Schutzgebiet vor (siehe unten). «Wir mussten da den einen oder anderen Konsens eingehen», gibt Zoodirektor Alex Rübel zu. «Bei den südafrikanischen Erdmännchen zum Beispiel. Die haben wir ausgewählt, weil wir Besucher direkt in das Tiergehege lassen wollen und diesbezüglich mit dieser Art schon Erfahrungen gemacht wurden.» Selbst die Giraffen könnten aus einer anderen Gegend stammen. «Geplant sind zwar Netzgiraffen. Aber da halten wir uns an den Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Wenn der wegen des gegenwärtigen Überangebots an Zoogiraffen lieber eine andere Form bei uns unterbringen möchte, dann nehmen wir eben die.»

Bei der Bepflanzung der neuen Anlage wird ebenfalls getrickst. Statt afrikanischer Schirmakazien sollen etwa 70 winterharte Scheinakazien (Robinien), Platanen und Gleditschien für Schatten sorgen, teilweise aber so zurechtgestutzt, dass sie eine schirmartige Form vorweisen. Rund 50 Millionen Franken wird die Anlage gemäss Zooangaben kosten. 13 davon sollen über verschiedene Sammelaktionen zusammengetragen werden. «Verläuft alles nach Plan, werden wir die Lewa-­Savanne an Ostern 2020 eröffnen können», hofft Rübel.

Von Antilope bis Zebra: Diese Tiere ziehen in die Lewa-Savanne des Zoo Zürich

 

Der Springbock (Bild) gehört zur Familie der Antilopen und bewohnt die Savannen Angolas, Botswanas, Südafrikas und Namibias – aber nicht das Lewa Wildlife Conservancy in Kenia. Er ist das Wappentier der Republik Südafrika.
Als mögliche Alternative zu ihm könnten auf der Lewa-Savanne des Zoos auch Säbelantilopen einziehen. Diese wären geografisch allerdings ebenfalls falsch platziert, denn sie leben in den Wüsten und Steppen Nordafrikas.

 

 

Erdmännchen (Bild) sind kleine Raubtiere und gehören zur Familie der Mangusten. Ihr Lebensraum sind die Savannen und Halbwüsten von Südafrika, Namibia, Botswana, Angola und Lesotho. Auch der für die Zoo-Anlage geplante Riesengürtelschweif, eine Echsenart, ist nicht in Lewa, sondern im südafrikanischen Natal zu Hause.

 

 

 

 

 

Giraffen ernähren sich hauptsächlich von Akazienblättern. Sie werden bis zu 6 m hoch und 1600 kg schwer. Auf die Lewa-Anlage des Zoos Zürich sollen wenn möglich wie im Original Netzgiraffen leben. Trotz ihres langen Halses besitzen Giraffen wie wir Menschen nur sieben Halswirbel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Echte Lewa-Bewohner sind auch Hyänen (geplant sind Tüpfelhyänen, Bild) und Stachelschweine, während Graupapagei und Dahomeyrind weiter westlich vorkommen.

 

 

 

 

 

 

Das Breitmaulnashorn wird auch Weisses Nashorn genannt. Im Zoo Zürich will man wie zuletzt 1980 das Südliche Breitmaulnashorn zeigen, das ursprünglich aus Südafrika stammt, aber im Lewa-Reservat eingeführt wurde. Sein letztes Spitzmaulnashorn, auch Schwarze Nashörner genannt, gab der Zoo Zürich im Zuge des Umbaus des Afrikahauses in ein Australienhaus vor einigen Monaten an einen anderen Zoo ab.

 

 

 

Der in Afrika weit verbreitete Strauss ist zwar mit 1,90 m Scheitelhöhe der grösste Vogel der Erde, kann aber nicht fliegen. Dafür ist er ein ausgezeichneter Läufer, der eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h erreichen kann.

 

 

 

 

 

Mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,50 m ist das nach einem französischen Präsidenten benannte Grevyzebra (Bild) die grösste ­Zebraform. In freier Wildbahn lebt es - wie das ebenfalls für die Anlage vorgesehenen Nacktmulle und Geierperlhühner - in den ­Savannen Kenias und Äthiopiens. Auch Grevyzebras wurden vor mehreren Jahrzehnten bereits im Zoo Zürich gehalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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