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Ein regenbogenfarbener Zebrastreifen im Zentrum von Tel Aviv. Bild: PD

Die neue Farbenlehre

Von: Jan Strobel

13. November 2018

In der Stadt Zürich sollen 2019 regenbogenfarbene Zebrastreifen oder Ampelpärchen zum Strassenbild gehören, fordern zwei SP-Gemeinderäte. Das sei ein Bekenntnis der Stadt für die Rechte von Homosexuellen.

Für Zürcher Passanten soll es nächstes Jahr ein wenig mehr Farbe in ihrem Alltag geben, dann nämlich, wenn sie einen Zebrastreifen in Regenbogenfarben queren. Das zumindest wünschen sich die beiden SP-Gemeinderäte Alan David Sangines und Simone Brander. Der Anlass dazu sind zwei für die hiesige schwul-lesbische und transsexuelle Community (LGBT) wichtige Jubiläen 2019: Einerseits wird das Zurich Pride Festival im kommenden Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern; andererseits wird auch der Stonewall-Krawalle vor 50 Jahren in New York gedacht, die als Geburtsstunde der weltweiten Gay-Pride-Bewegungen gelten.

Sangines und Brander fordern in einem Postulat nun den Stadtrat auf, zu prüfen, wie die Stadt Zürich bestimmte Strassenverkehrssignalisationen zum Jubiläumsjahr hin entsprechend kennzeichnen kann. Neben regenbogenfarbenen Zebrastreifen seien zum Beispiel auch Ampelpärchen denkbar. 

Wie in Paris oder Wien
«Verschiedene Städte haben bewiesen, dass mit entsprechenden Massnahmen das Bewusstsein der gesamten Bevölkerung für LGBT- Anliegen erhöht wird», ist Sangines überzeugt. Als Minderheit sei es enorm wichtig, dass der Staat allen Menschen zeige, dass sie in ihren Rechten unterstützt werde. «Auch heute gibt es noch zu viele Diskriminierungen von LGBT – auch in der vermeintlich toleranten Schweiz», so Sangines.  «Ein visuelles Bekenntnis seitens der Stadt zeigt nicht nur ihre Unterstützung, sondern regt auch Diskussionen an. In diesem Sinn wäre ein Zebrastreifen an einem zentralen Ort genau richtig.» Tatsächlich gehören regenbogenfarbene Zebrastreifen in anderen Städten bereits zum Strassenbild wie zum Beispiel in Los Angeles oder Paris. In Wien wurden 2015 Ampelpärchen eingeführt, die sich zu einem beliebten Sujet für Touristen entwickelten. 

In der Stadt Zürich bestehe, wenn es um die Zurich Pride gehe, «noch etwas Luft nach oben», sagt Sangines. In anderen Städten seien die Prides zu regelrechten Volksfesten geworden mit massiver Unterstützung durch die Stadtverwaltungen. 

Vehement kritisiert wird der Vorschlag der beiden SP-Politiker von SVP-Gemeinderat Samuel Balsiger. Die Idee, findet er, sei «beleidigend gegenüber Homosexuellen und ignorant gegenüber der Gesellschaft». Solche Aktionen würden insbesondere den falschen Eindruck erwecken, dass Homosexuelle nicht ein normaler Teil der Gesellschaft seien. Die beiden Jubiläen nächstes Jahr speziell zu würdigen, findet Balsiger unnötig. «Der Charakter, die erbrachten Leistungen und die vertretenen Werte machen einen Menschen aus», sagt er. «Ob die Liebe auf einen Mann oder eine Frau fällt, ist angeboren und bedarf keiner speziellen Würdigung.» 

Gemeinderat Sangines hat seinerseits bereits klare Vorstellungen, wo ein regenbogenfarbener Zebrastreifen, möglicherweise auch dauerhaft, angebracht werden könnte. «Beispielsweise beim Hauptbahnhof, wo Tausende Menschen täglich ankommen, oder beim Zugang zum Niederdorf, das historisch eng mit der LGBT-Bewegung verbunden ist.»

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Leserkommentare

Ferdinand Bachofner - Langsam reichts mit diesem farbigen Aktionismus. Machen wir endlich mal was Gescheites gegen die unsägliche Vermüllung dieser Stadt. Anders empfindende Menschen sind eine normale Sache aber es gibt Wichtigeres.

Vor 1 Jahr 7 Monaten  · 
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