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2017 wurden in der Stadt Zürich 13 422 Tonnen an Essensresten, Küchen- und Gartenabfällen gesammelt. Bild: Donato Caspari

Grün bleibt häufig nur eine Hoffnung

Von: Jan Strobel

03. Juli 2018

Die Entsorgung von Küchen- und Gartenabfällen gestaltet sich in der Stadt Zürich für viele Mieter immer noch schwierig. Sie sind auf das ökologische Bewusstsein der Hauseigentümer angewiesen.

Abfalltrennen gehört für Zürcherinnen und Zürcher längst zur Selbstverständlichkeit. Jedes Joghurtbecherli bekommt dabei seine ganz eigene Wichtigkeit. Wenn es allerdings um Bioabfall, also Küchen- und Gartenabfälle sowie Speisereste geht, sieht das Bild nicht mehr so vorbildlich aus. Häufig landen sie nach wie vor einfach im Züri-Sack, auch wenn subjektiv ein ökologisches Bewusstsein eigentlich vorhanden wäre. 

Das Ziel verfehlt
Doch vielen Mietern sind schlicht die Hände gebunden. Um den Bioabfall entsorgen zu können, muss der Hauseigentümer zuerst ein Bioabfall-Abo für seine Liegenschaft bei Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) lösen. In den ersten beiden Jahren kostet ein solches Abo 130 Franken pro Jahr für einen 140-Liter-Container. Danach sind es 180 Franken. Im Jahr 2017 wurden in der Stadt Zürich insgesamt 15 733 Bioabfall-Abos gelöst. Das gesetzte Ziel von 16 000 Abos wurde damit verfehlt. Das widerspiegelt die eher schleppende Entwicklung, welche das Angebot genommen hat, seit im Jahr 2013 eingeführt wurde, dass die Haushalte der Grünabfuhr auch Essensreste und Küchenabfälle mitgeben können. 

Das Thema griff jüngst auch SP-Gemeinderätin Simone Brander in einer schriftlichen Anfrage auf. Sie moniert, dass selbst vielen Mietern von städtischen Liegenschaften keine Grüncontainer von ERZ zur Verfügung stünden. Brander fordert vom Stadtrat Massnahmen, «um in den städtischen Liegenschaften das Entsorgen von Bioabfall mit Grüncontainern vermehrt zu ermöglichen». Die Anfrage ist aktuell noch beim Stadtrat hängig, weshalb ERZ noch keine Stellung dazu nimmt. In der Stadt Zürich gehört die Grünabfuhr nicht zur Grundversorgung. Der Abonnent muss sich selbstständig darum kümmern, etwa den Platz für Container bereitstellen oder den Container in der Nacht abschliessen. Gemäss Geschäftsbericht von ERZ wurden 2017 aus Haushaltungen der Stadt Zürich 13 422 Tonnen Bioabfall gesammelt, das ist leicht weniger als im Vorjahr 2016 mit 14 015 Tonnen. 

Etwas einfacher löst das Problem zum Beispiel die Stadt Basel. Hier stehen der Bevölkerung die sogenannten Bioklappen für Rüst- und Speiseabfälle an verschiedenen Standorten zur Verfügung. Bedient werden sie mittels einer Chipkarte, die 10 Franken kostet und die wie eine Kreditkarte funktioniert. 20 Einwürfe kosten 11 Franken. 

Die Grünabfuhr blickt in der Stadt Zürich auf eine schwierige Geschichte zurück. 1991 wurde in den Quartieren Schwamendingen und Altstetten ein Versuch mit Gratis-Grünabfuhr unternommen, nachdem sich das Zürcher Stimmvolk ein Jahr zuvor für die Einführung einer flächendeckenden ökologischen Entsorgung sowohl von Küchen- als auch Gartenabfällen ausgesprochen hatte. Der Versuch wurde 1998 aus finanziellen und rechtlichen Gründen abgebrochen.

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Leserkommentare

erika hugentobler - wir haben seit längerer zeit schon einen grünkübel für zwei häuser (ca.15 familien; die vermieter haben sich geeinigt), der aber nicht durchgängig genutzt wird, da zu selten gereinigt. es ist mehr als ekelhaft! zudem wären wir froh, wenn die lieben kübelmannen,
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