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Bringt immer mehr Anwohner in Rage: illegal entsorgter Abfall bei den Niederflurcontainern an der Köschenrütistrasse im Kreis 11. Bild: Jean-Pierre Maillard

Kreis 11: Littering bringt Bewohner in Rage

Von: Sacha Beuth

21. Januar 2020

Littering wie an der Köschenrütistrasse sorgt in Zürich immer öfter für rote Köpfe. Schon längst fordern einige besonders stark betroffene Quartiere die Installation von Videokameras an neuralgischen Stellen. Doch dies ist verboten.

Wenn Anwohner Jean-Pierre Maillard zur Wertstoff-Sammelstelle der Köschenrütistrasse im Kreis 11 läuft, überkommen ihn Ärger und Unverständnis. «Immer mehr Leute nutzen diesen Ort, um in oder noch schlimmer neben den Containern ihren normalen Haushaltsabfall zu entsorgen. Teilweise verstopfen sie mit ihrem Müll sogar die Öffnungen der Container. Nur um ein paar Franken an Kehrichtsackgebühren zu sparen.»

Maillard ist mit seinem Ärger nicht allein. «Dem ganzen Quartier stinkt das Littering.» Und er kennt weitere Quartiere, die an den Sammelstellen und anderen neuralgischen Punkten die gleichen Probleme haben. Die Täter, ist Maillard überzeugt, seien darum vorab Auswärtige. «Es wurden Leute beobachtet, die kommen in der Dunkelheit mit dem Auto, halten kurz an, schmeissen den Müll raus und fahren wieder weg.» Das geschehe praktisch täglich. «Dabei ist Littering doch verboten. Warum werden keine Kameras installiert, dann kann man die Fehlbaren identifizieren.»

Eruiert werden nur wenige

Bei ERZ ist das Problem bekannt. Auch in anderen Quartieren sei man deswegen schon wegen der Möglichkeit einer Videoüberwachung angefragt worden. Laut Mediensprecher Daniel Eberhard ist das aber von Gesetzes wegen nicht möglich, denn «grundsätzlich dürfen Videokameras nicht eingesetzt werden, um das illegale Entsorgen von Abfall zu verhindern. Videoüberwachungen können die Privatsphäre verletzen und dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn Gefahr für Menschen, Tiere, Umwelt oder Gegenstände besteht». ERZ kontrolliert jedoch illegal entsorge Abfallsäcke und sucht nach Indizien über die Herkunft der Fehlbaren. Im Jahr 2019 überprüfte der Kontrolldienst rund 22 000 Abfallsäcke. Dabei stiess man auf rund 2400 Indizien beziehungsweise Adressen. Rund 1300 Personen, die erst vor maximal drei Monaten zugezogen waren, erhielten daraufhin von ERZ ein Schreiben mit einem Hinweis zu ihrem fehlerhaften Entsorgen. Die übrigen 1100 Personen wurden von ERZ verzeigt – von diesen erhielten 960 Personen vom Statthalteramt eine Busse von 120 Franken. Dazukommen 150 Franken an Gebühren und 50 Franken für die Umtriebsentschädigung an ERZ hinzu.

Maillard und vielen betroffenen Anwohnern reicht das aber nicht aus. «Die Mehrzahl der Fehlbaren wird nicht eruiert. Also müssen weiterhin die, die ihren Müll korrekt entsorgen, für die Sünder mitbezahlen.» In der Tat betrugen 2019 die Kosten allein für das Einsammeln von 320 Tonnen illegalem Müll an Sammelstellen sowie für die Kontrolle von 80 Tonnen Abfall stolze 670 000 Franken. Hinzukommen die Ertragsausfälle. Exakte Zahlen zum Littering im öffentlichen Raum fehlen jedoch, weil gemäss ERZ-Sprecher Eberhard «der inkorrekt auf Strassen, Gehwegen oder Parkanlagen entsorgte Abfall zusammen mit dem korrekt in den öffentlichen Behältern entsorgten Abfall gesammelt wird.»

Was ist Ihre Meinung zum Thema? echo@tagblattzuerich.ch

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Leserkommentare

Karl Hofmann - Guckt euch doch einmal die Dennlerstrasse in Albisrieden an. Heute besonders lohnenswert.

Vor 5 Monaten 2 Wochen  · 
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