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Die Ticketeria am Goldbrunnenplatz: Trotz Widerstand setzt der Zürcher Verkehrsverbund die Schliessung durch. Bild: PD

Letzter Kampf um die Ticketerias

Von: Jan Strobel

03. Dezember 2018

Der ZVV schliesst die Ticketerias am Goldbrunnenplatz und am Schwamendingerplatz nun definitiv auf Ende Jahr. Skandalös finden das die jeweiligen Quartiervereine und die SP. Der ZVV habe «Wortbruch begangen».

Maya Burri-Wenger, Präsidentin des Quartiervereins Schwamendingen, fand vergangene Woche deutliche Worte: «Wir fühlen uns schlichtweg verschaukelt.» Und Urs Rauber, Quartiervereinspräsident von Wiedikon, sprach von einem «nicht akzeptablen Eingriff in einen laufenden politischen Prozess». Den Grund für die Empörung in den beiden Quartieren lieferte der Entscheid des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), die beiden Ticketerias am Schwamendingerplatz und am Goldbrunnenplatz nun definitiv per Ende 2018 zu schliessen; dies, so lautet der Vorwurf, obwohl im Kantonsrat die Behandlung eines von Roland Scheck (SVP), Birgit Tognella (SP) und Ruth Ackermann (CVP) eingereichten Postulats noch pendent sei. Dass der ZVV nun diese Behandlung des Postulats im Kantonsrat nicht abwarten wolle, sei skandalös, so Maya Burri-Wenger und Urs Rauber. Mit der Schliessung schaffe der ZVV «faktisch einen Sachzwang». 

Das verschobene Postulat

Auch die SP Schwamendingen zeigt sich empört. Der ZVV habe mit seinem Entscheid «Wortbruch begangen». Noch im August habe es vonseiten des Verkehrsverbunds geheissen, erst den Entscheid des Kantonsrats abwarten zu wollen und die Schliessung bis dahin zu sistieren. Gleichwohl machte der ZVV bereits damals klar, dass er an der geplanten Schliessung festhalte. «Wir haben eigentlich damit gerechnet, dass uns noch etwas Zeit bleibt, um über Alternativen diskutieren zu können», sagt Maya Burri-Wenger. «Anstelle der Ticketerias könnte zum Beispiel eine Anlaufstelle eingerichtet werden für alle Quartierbewohner, die sich mit Online-Dienstleistungen schwertun.» Die Quartiervereinspräsidentin hofft trotz des Entscheids und der knappen Zeitspanne doch noch auf weiteren Protest aus der Quartierbevölkerung. 

Der ZVV beruft sich auf die vom Kantonsrat beschlossene Strategie. Sie verpflichtet ihn, angesichts der sinkenden Nachfrage nach persönlicher Beratung und Verkäufen am Schalter die Digitalisierung konsequent weiterzuführen und gleichzeitig an der Grundversorgung im Sinn des Service public festzuhalten mit bedienten Beratungs- und Verkaufsstellen. Diesen Beschluss habe das Parlament im März bereits zum dritten Mal innert vier Jahren bestätigt.

Das im Kantonsrat eingereichte Postulat habe die Regierung überdies klar zur Ablehnung empfohlen. Die Behandlung des Postulats sei mehrfach verschoben worden und auch am letzten vorgesehenen Termin im November nicht an die Reihe gekommen, so der ZVV. Unter diesen Umständen sei eine Sistierung der Schliessung nicht länger zu rechtfertigen gewesen. Der Strategiebeschluss vom März sei letztlich gültig und verbindlich. Zudem habe sich der Frequenzrückgang an den betroffenen Verkaufsstellen weiter bestätigt.

Für Maya Burri-Wenger sind diese Entwicklungen besorgniserregend fürs Quartier: «Wir verlieren bereits das Kreisbüro 12, jetzt die Ticketeria. Wann wird die Poststelle an die Reihe kommen?»

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Martina Jaroch - Disaströs! Frechheit der starken, alle ins digitale netz zu zwingen. Ich willd as nur schon aus naturschutzgründen nicht mehr. Zudem bleibt der persönliche kontakt auf der strecke. Alles dient dem plan der robotisierungvder welt, smart ities etc.! Doch wir
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