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"Ich dachte, dieses Gleis sei stillgelegt, weil hier so viele Leute flanieren", sagt Micha Schiers aus Bern. Bei der Usteristrasse fahren Trams knapp an Passanten vorbei.

Trams und Passanten kommen sich in die Quere

Von: Ginger Hebel

02. August 2016

Verkehr: Zwischen Globus und McDonald’s flanieren viele Leute, es fahren aber auch Trams. Seit am Löwenplatz Gleisbauarbeiten stattfinden, viel mehr als sonst. Immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen.

Sie flanieren, telefonieren, schieben den Kinderwagen oder das Velo und rechnen nicht damit, dass in der Flanierzone zwischen Lintheschergasse und Usteristrasse auch Trams fahren. Wer die Situation nicht kennt, erschrickt. Vor Ort zeigt sich: Touristen springen auf die Seite, wenn von hinten plötzlich ein Tram auftaucht und klingelt; aber auch Businessmänner und Jugendliche, die mit Burger in der Hand und in Gespräche vertieft vor dem McDonald’s stehen, rechnen offensichtlich nicht damit, dass hier Trams verkehren. Micha Schiers aus Bern wäre kürzlich an dieser Stelle beinahe unter die Räder gekommen, eine Passantin erkannte die Lage und schubste ihn weg. «Ich bin davon ausgegangen, dass dieses Gleis stillgelegt ist, weil hier so viele Leute flanieren», sagt Micha. Er erachtet die Situation als unübersichtlich und fragt sich wie manche Passanten, warum hier keine Warntafeln stehen. Auch Zora, die zwischen Globus und Schild Unterschriften für eine Naturschutzorganisation sammelt, wusste anfangs nicht, dass mittendurch Trams fahren.

Aktuell ist das Verkehrsaufkommen an besagter Stelle besonders hoch, denn seit dem 9. Juli finden am Löwenplatz Gleisbauarbeiten statt. Die Tramlinien 3 und 14 werden noch bis 7. August über die Usteristrasse umgeleitet, danach werden sie wieder wie gewohnt via Löwenplatz fahren. Die Nummer 17 hingegen verkehrt regulär auf dieser Strecke in Richtung Bahnhofstrasse. Im Internet machen Leute auf die Situation aufmerksam. «Watch out for the tram!» ­lautet eine Warnung im Englisch-Forum.

Auf Anfrage sagt VBZ-­Mediensprecher Andreas Uhl: «Das Fahrdienstpersonal ist geschult und weiss, dass es an dieser Stelle besonders aufmerksam sein muss.» Es sei etwas unglücklich, dass aktuell gleich mehrere Tramlinien diese Strecke befahren müssten, allerdings befinde man sich in einer Zwickmühle. «Der Löwenplatz ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte. Wir haben uns für ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende entschieden, damit die Bauarbeiten rasch vorankommen.» Bei der Dienstabteilung Verkehr sieht man keinen Handlungsbedarf, weil man die Situation als nicht problematisch einstuft. «Die Trams fahren hier im Schritttempo. Die Linie 17 verkehrt schon länger auf dieser Strecke, und es ist noch nie zu einem grösseren Zwischenfall gekommen», sagt Heiko Ciceri. Doch gerade weil rund um den Löwenplatz viel Verkehr herrscht, ist für alle Beteiligten, auch Autofahrer, Vorsicht geboten. Erst vor kurzem ereignete sich dort ein Unfall: Ein Passant wurde unter einem Tram eingeklemmt und schwer verletzt.

 

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Leserkommentare

Werner Meier - Saure-Gurken-Zeit? Oder sind die Leute der Meinung wo Tramgeleise sind, dass keine Tram fahren?

Vor 3 Jahren 10 Monaten  · 
Noch nicht bewertet.