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Secondhand hat viele Gesichter: Der Vintage-Shop Blenda im Zürcher Niederdorf ist einladend und übersichtlich gestaltet. Die Auswahl ist bunt. Bilder: GH

Vintage ist Kult

Von: Ginger Hebel

27. April 2021

Secondhand: Nachhaltig einkaufen und dabei das Portemonnaie schonen: Isabel Schumacher führt die Boutique Blenda 2 im Niederdorf. Ihre Spezialität: ausgefallene Vintage-Stücke. Medienberaterin Sandra Meister hat sich ein Frühlings-Outfit ausgesucht. 

Farbige Sweatshirts, Bomberjacken, Schlaghosen. Die studierte Modedesignerin Isabel Schumacher hat ein gutes Händchen für originelle Stücke. Seit dreizehn Jahren führt sie mit ihrem Geschäftspartner den Vintage-Laden Blenda 2 in einem Innenhof an der Stüssihofstatt im Zürcher Niederdorf. Dass sich hier immer wieder Einzelstücke aus früheren Epochen – darunter vorwiegend aus den Achtziger- und Neunzigerjahren – finden lassen, hat sich in der Stadt herumgesprochen. Besonders bei den Jungen liegt Secondhand im Trend. «Bei der jüngeren Generation findet gerade ein Umdenken statt. Sie konsumiert bewusster und legt grossen Wert auf Nachhaltigkeit», beobachtet Isabel Schumacher.

Nur gepflegte Kleidung

Das Angebot an Kleidern, Taschen, Schuhen und Sonnenbrillen erneuert sich laufend. Besonders gefragt seien Sweatshirts mit Logos und karierte Oversized-Hemden, die sowohl Frauen wie Männer tragen. Auch Schlaghosen erleben aktuell ein Revival. Dass Accessoires wie Schuhe und Taschen Verbrauchsspuren aufweisen, ist verständlich, doch Isabel Schumacher besitzt hohe Ansprüche. «Wichtig ist, dass die Kleider gepflegt sind. Ich verkaufe keine kaputten Sachen», betont die 53-Jährige, die als Kostümbildnerin fürs Theater arbeitet und viel Zeit in ihre Boutique steckt. Outfit-Ideen und Neuheiten postet sie regelmässig auf Instagram.

Medienberaterin Sandra Meister bevorzugt den lässigen, sportlichen Look. Sie kauft normalerweise nicht in Secondhand-Shops ein. Der Überraschungseffekt war deshalb umso grösser. «Es hat viele gute Teile dabei, die sich von der Masse abheben. Auch die Preise sind super», stellt sie fest. Sie entscheidet sich für ein Kleid im Stil der Sechziger und kombiniert dazu eine Jeansjacke. «Altes mit Neuem zu mixen, macht einen Look erst richtig spannend. Vintage ist Kult», sagt Isabel Schumacher. Sandra Meister sieht das genauso.

Gebraucht ist hip

Im Gegensatz zu vielen anderen Secondhand-Shops nimmt Isabel Schumacher keine getragene Kleidung entgegen, sondern kauft direkt bei Händlern ein, vielfach Mode aus England und Amerika. Von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft: der Gebrauchtwarenmarkt erlebt einen Aufschwung. Viele werfen ihre ausgemisteten Kleider nicht einfach weg, sondern verschenken oder verkaufen sie in Secondhandgeschäften oder auf Online-Plattformen. Immer häufiger wechseln gebrauchte Kleider, Taschen und Schuhe auch bei privaten Tauschpartys oder lokalen Kleiderbörsen den Besitzer. Auch das Zürcher Warenhaus Jelmoli setzt auf Secondhand: Dieser Tage eröffnet die Kinderkleiderboutique Ingrid & Emil einen Pop-up-Store. Baby- und Kinderkleidung zählt zu den beliebtesten Gebrauchtwaren, denn: Die Kleinen wachsen schnell, immer alles neu kaufen können sich viele Eltern nicht leisten. Doch es geht nicht nur ums Geldsparen: «Die Idee, Kleidungsstücke weiterleben zu lassen, gefällt vielen», sagt Isabel Schumacher. Auch Upcycling ist heute in aller Munde. Abfallprodukte und alte Möbel werden aufgemöbelt statt entsorgt.

Lange genoss Secondhand keinen besonders guten Ruf. Mode aus zweiter Hand galt als ältlich und ärmlich. Heute gehört Wiederverwertung zum guten Ton. Neben Schnäppchen finden sich in den zahlreichen Boutiquen der Stadt immer häufiger ausgefallene Einzel- und Designerstücke, die eine Geschichte erzählen.

Weitere Informationen: Vintage-Shop Blenda 2, Stüssihofstatt 7, Zürcher Niederdorf, Tel. 043 243 63 94 info@blenda.ch

www.blenda.ch

 

 

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