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Snack-Kiosk im Kino Arena Sihlcity. Symbolbild: SB

Wenn der Kino-Snack zum Luxusgut wird

Von: Sacha Beuth

09. Januar 2018

Popcorn, Glace und Getränke werden in den Zürcher Kinos teilweise mit einer enormen Gewinnspanne verkauft. Nicht wenige Besucher stören sich an den hohen Snack-Preisen und ziehen die Konsequenzen.

Einen Sack Popcorn medium für 6.60 Franken, eine 5-dl-Cola für 4.90 Franken und eine Cornet-Glace für 4.50 Franken – die Zwischenverpflegung im Kino Arena Sihlcity ist beinahe so teuer wie ein Kinoticket. Für viele Kinobesucher zu teuer, wie eine Umfrage des «Tagblatts» vor Ort zeigt. «Die Preise für die Snacks sind eindeutig an der oberen Grenze», findet Beatrice Götschi aus Aristau AG stellvertretend für die Mehrheit der befragten Personen. «Für meine vierköpfige Familie zahle ich allein knapp 20 Franken nur für die Getränke. Da kostet ein Tag Kino schnell über 100 Franken – die Parkgebühren nicht mitgerechnet.» Götschi hat darauf auch schon reagiert. «Auf die Snacks verzichten wollen wir nicht. Die gehören bei einem Kinobesuch einfach dazu. Aber wir gehen dafür eben weniger oft ins Kino.»

Andere schränken sich dagegen lieber bei der Verpflegung ein. «Wir holen uns vorher etwas Kleines bei einem Detailhändler», erzählen zwei Frauen um die 40. Die beiden haben zwar Verständnis, dass es im Kino etwas mehr kosten darf («3.50 Franken für eine Cola würde ich ohne Murren zahlen»), bei anderen Produkten aber würde der Spass aufhören. «Gerade beim Popcorn. Was dafür verlangt wird, ist jenseits von Gut und Böse.»

In der Tat weist von den typischen Kino-Snacks Popcorn mit die grösste Gewinnspanne auf. 100 Gramm kosten bei Coop gerade mal einen Franken. In den Zürcher Kinos bezahlt man für die gleiche Menge ­umgerechnet sechs- bis zehnmal mehr.

Hohe Betriebskosten

Doch wie begründen die Kino­betreiber die enormen Preisunterschiede? Sollen etwa so die immer höheren Ausleihgebühren für Filme querfinanziert werden? Die Verantwortlichen von Kitag (u. a. Corso, Metropol, Abaton) und von Arena Cinemas AG blieben eine Antwort schuldig, obwohl ihnen genügend Zeit dafür gegeben wurde. Einzig bei den Arthouse Kinos gab man bereitwillig Auskunft: «Zwar betreiben wir mit unserem Snackverkauf keine Querfinanzierung, er ist aber eine weitere Einnahmequelle für uns. Man darf nicht vergessen, dass ein Kinobetrieb, insbesondere wegen der Technik, mit enorm hohen Kosten verbunden ist», erklärt Franziska Thomas, stellvertretende Direktorin der Arthouse Kinos. Sie findet es vielmehr unangebracht, wenn man die Preise eines Detailhändlers als Massstab für die Gewinnspannen nimmt. «Das kann man nicht miteinander vergleichen. Dafür sind die Bedingungen zu unterschiedlich. Wenn schon, müsste man einen Vergleich zwischen uns und den Zürcher Theater- und Konzertbetreibern ziehen.» Und da müssten sich die Kinos nicht ver­stecken.

Was meinen Sie? Sind die Preise für Kino-Snacks gerechtfertigt oder Abzockerei? Schreiben Sie uns: echo@tagblattzuerich.ch

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Leserkommentare

Peggy Zimmermann - Nicht nur sind die (meisten) Snacks massiv zu teuer; man muss ja auch noch in der selben Schlange anstehen wie die Leute, die Tickets kaufen. Also Snacks von auswärts mitbringen! Zeit- und geldsparend...

Vor 2 Jahren 5 Monaten  · 
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