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Freut sich mit seinen Gästen, wenn diese gewinnen: Mahan Safadoust, Guest Relations Officer im Casino Zürich an der Gessnerallee. Bild: PD

Wenn sich der Einsatz auszahlt

Von: Sacha Beuth

09. Februar 2021

GLÜCKSSPIEL Der Glamour der Casinowelt hat Mahan Safadoust (38) schon immer fasziniert. Doch statt an zog es den Guest Relations Officer des Casino Zürich hinter die Spieltische. Im «Tagblatt» erklärt er, wieso dem Glück bei den diversen Spielen eine unterschiedlich grosse Rolle zukommt und wie man es auf seine Seite ziehen kann.

Einmal in einem Casino so richtig abräumen. Davon träumen viele – und die meisten vergebens. Nicht jedoch zwei Frauen, die kurz vor dem Lockdown das Casino Zürich betraten und sich an den Swiss-Jackpot-Automaten versuchten. «Die beiden etwa 40-jährigen Arbeitskolleginnen gewannen 1,2 Millionen Franken. Erst konnten sie ihr Glück gar nicht fassen, obwohl sie von den anderen Gästen bejubelt wurden. Bei der Auszahlung hatten sie aber Freudentränen in den Augen», erinnert sich Mahan Safadoust.

Der 38-Jährige ist als Guest Relations Officer des Casino Zürich, also oberster Gastgeber und zudem zuständig für die Betreuung von Gästen, die mit hohen Einsätzen spielen. Angefangen hat er seine Casino-Karriere 2004 als Croupier. «Ich war fasziniert vom Glamour der Casinowelt. Bis zu meinem Stellenantritt habe ich jedoch selber selten bis nie gespielt, nicht mal Gesellschaftsspiele wie Monopoly. Erst mit meiner Arbeit entwickelte ich auch eine Affinität für Glücksspiele.» Hinzu kommt inzwischen natürlich auch ein enormes Fachwissen. Safadoust weiss genau, bei welchem Spiel die Gewinnmöglichkeit am höchsten ist und wo neben Glück auch Können und Erfahrung eine wesentliche Rolle spielen. Fürs «Tagblatt» erläutert er hierzu die Klassiker Roulette, Poker, Blackjack sowie die Spielautomaten.

«Generell hat man als Casinogast bei Tischspielen die besseren Gewinnchancen und die besten beim Roulette. Hier liegt der Hausvorteil wegen Zero nur bei 2,7 Prozent. Das bedeutet eine 97,3 Prozent hohe Gewinnchance für den Spieler. Oder anders ausgedrückt: Setzt der Spieler auf Schwarz oder Rot, sind seine Chancen fast 50:50. Allerdings ist Roulette ein reines Glücksspiel.» Im Gegensatz zu Blackjack und Poker. Gerade bei letzterem seien Erfahrung und Können wichtige Komponenten. «Zudem spielt man nicht gegen die Bank, sondern gegen andere Spieler. Das heisst, es gibt auch keinen Hausvorteil.» Ziehe man seine Strategie durch, verteile sich aufs Jahr über meist Kartenglück und Kartenpech.

Beim Blackjack habe das Ziehverhalten einen grossen Einfluss. Dabei besässe man insgesamt die besten Chancen gegen die Bank zu gewinnen, wenn man sich an die mathematischen Basic-Regeln (Wahrscheinlichkeitsrechnung) halte. «Ein Beispiel: Ein Spieler hat eine 12 und die Bank eine 5, dann sollte man gemäss den Regeln nicht ziehen (= eine zweite Karte verlangen), denn die Chance ist hoch, dass sich die Bank übernimmt (= am Schluss mehr als 21 Punkte aufweist).

Die geringsten Gewinnchancen haben Casinogäste bei den Automaten, auch Einarmige Banditen genannt. «Hier liegt der Hausvorteil zwischen 3 bis 6 Prozent. Dafür ist das Verhältnis von Einsatz zum möglichen Gewinn am grössten. Es gibt beispielsweise das Spiel Super Cherry, bei dem man das 5000-Fache seines Einsatzes gewinnen kann», erklärt Safadoust. Auch hier sei es wie beim Roulette einzig und allein eine Frage des Glücks, ob man gewinnt oder verliert. «Wobei aber meine Erfahrung zeigt, dass man Glück auf seine Seite ziehen oder zumindest beeinflussen kann. Man muss fest daran glauben und mit einer positiven Einstellung ins Spiel gehen.» Zugleich warnt der Guest Relations Officer aber vor Übermut. «Man sollte als Casinogast immer eine klare Vorstellung haben, wie viel man bereit ist zu verlieren. Und man sollte sich realistische Ziele bezüglich des angestrebten Gewinns setzen und wenn man diesen erreicht, aufhören.»

Persönlicher Glücksmoment

 

Wegen Corona hatte ein Kollege von mir finanzielle Probleme. Mein grösster Glücksmoment war, als ich ihm mit etwas Geld aushelfen durfte. Er floss vor Freude und Dankbarkeit beinahe über und auch für mich war das enorm emotional.
Mahan Safadoust, Guest Relations Officer beim Casino Zürich

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