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Porträt

Jungbauer, ledig, sucht Frau

Von: Ginger Hebel

22. August 2017

Doku-Soap: Benjamin Suter ist Biobauer aus Leidenschaft, nur mit der Liebe wollte es bis jetzt nicht klappen. Jetzt sucht der 25-Jährige im Fernsehen nach seiner Herzdame.

Wiesen, Weiden, zwanzig Mutterkühe, Kälber und ein Angus-Stier – das ist die Welt von Benjamin Suter. Der 25-Jährige führt im zürcherischen Hedingen gemeinsam mit seinem Vater einen 20 Hektaren grossen Biobetrieb. «Ich hatte schon immer Freude an der Natur und an Tieren», sagt der Jungbauer. Mit seinem Bruder lebt er in einer WG auf einer eigenen Etage im Haus der Eltern. Die ganze Familie unter einem Dach, für Benjamin Suter war das nie ein Problem.

 

Die Suters waren die Ersten in der Region, die auf Mutterkuhhaltung setzten, eine Form der extensiven Rinderhaltung, bei der Kühe nicht zum Zweck der Milchgewinnung, sondern für die Rindfleischproduktion durch die Aufzucht von Saugkälbern gehalten werden. Das Natura-Beef stammt von zehn Monate alten Kälbern. Sie bekommen kein Kraftfutter, sondern Muttermilch, Heu und Gras, dadurch sei die Fettverteilung ganz anders.

Benjamin ist ein Bauer, den bald die ganze Deutschschweiz kennt – er ist Kandidat in der Sendung «Bauer, ledig, sucht ...» auf 3+. Der Grund: Der 25-Jährige hat genug vom Singledasein. «Als Bauer gestaltet sich die Partnersuche schwierig. Viele Frauen in meinem Alter haben mit der Landwirtschaft nichts am Hut», sagt Suter.

«Ich suche kein Abenteuer»

Während manche mit ihren Eroberungen angeben, steht er dazu, dass er noch nie eine Freundin hatte. «Ich suche kein Abenteuer, sondern eine ehrliche, langfristige Beziehung.» Überwindung habe es ihn schon gekostet, bei der Sendung mitzumachen und sich zu exponieren. «Man sieht mich vorübergehend im TV, aber andere posten jeden Tag Fotos von sich im Internet.» Auf sozialen Netzwerken sucht man ihn vergebens, er telefoniert mit einem achtjährigen Nokia-Handy. «Facebook, Snapchat, Whatsapp, das brauche ich alles nicht», sagt der 25-Jährige. «Soziale Plattformen sind meiner Meinung nach ziemlich asozial, man redet gar nicht miteinander.»

Er bezeichnet sich selber als schüchtern, fremde Leute anzusprechen, fiel ihm schon immer schwer, zudem geht er an den Wochenenden lieber in den Wald als in die Disco. Als Legastheniker hatte er keine einfache Jugend. «Die Schule war das Schlimmste für mich. Ich musste immer doppelt so viel kämpfen wie andere, um etwas zu erreichen.» Ein Kamerateam begleitet ihn während der Hofwoche und dokumentiert das Kennenlernen mit der Hofdame. Die Sendung ist für Bauer Benjamin aber auch die Gelegenheit zu zeigen, was Landwirtschaft bedeutet in Zeiten, in denen viele Stadtkinder nicht mehr wissen, dass die Milch von den Kühen kommt und nicht von der Migros, «das ist eine tragische Entwicklung, der ich entgegensteuern möchte».

Er ist stolz auf seinen Biobetrieb, kommt ohne Spritzmittel und Kunstdünger aus und hat Vertrauen in die Natur, «sie reguliert viel mehr selber, als man denkt. Der Mensch muss nicht immer eingreifen.» Er bearbeitet sein Feld mit leichten Traktoren, «schwere Maschinen machen das Land kaputt, doch der Boden ist das Wichtigste, was wir haben.» Die Arbeit des Landwirts hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Im Vergleich zu früher, wo man noch alles mündlich kommuniziert habe, müsse man heute jeden Arbeitsschritt schriftlich dokumentieren und Formulare ausfüllen für jede Kuh, die kalbe, und das Getreide, welches man ernte. «30 Prozent sind reine Büroarbeit», sagt Suter.

Was er mit der Hofdame erlebt und ob es funkt, wird man ab Folge 14 (12. Oktober) sehen. Wie muss sie denn sein, seine Traumfrau? «Sie muss mitanpacken können, aber in erster Linie sollte sie einfach akzeptieren, was ich mache, und sich ein Leben auf dem Land vorstellen können.» Als Bauer muss er langfristig denken. «Ich bin an diesen Ort gebunden. Eine Frau muss zu mir auf den Hof kommen. Ich kann nicht wegziehen mit meinen Kühen.»

«Bauer, ledig, sucht ...», jeden Donnerstag um 20.15 Uhr auf 3+.

www.3plus.tv/bauerledigsucht

 

 

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