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Ratgeber

Die Antworten kennt Felix Huber (58), Ärztlicher Leiter der Medix Notfallpraxis an der Badenerstrasse. Bild: zvg

Wie gefährlich ist Küssen?

Von: Sacha Beuth

«Beim Schauen von «Bachelor» habe ich mich gefragt, ob bei der ständigen Küsserei mit wechselnden Partnerinnen nicht Krankheiten übertragen werden können? Und ist dies auch bei Begrüssungsküsschen auf die Wange möglich?» möchte Frau B. Z. wissen.

Bei Begrüssungsküsschen auf die Wangen besteht kein Infektions­risiko. Das ist erst bei intimeren Küssen der Fall, angefangen bei einem Kuss auf die Lippen. In einer solchen Situation kann man sich zum Beispiel Lippenherpes, auch Fieberbläschen genannt, einhandeln, sofern beim Gegenüber der Infekt ausgebrochen ist. Liegt keine akute Erkrankung vor, das heisst, sind keine Fieberbläschen und kein Schorf sichtbar, dann ist ein Kuss kaum ansteckend, auch wenn das Virus bereits im Körper des Kusspartners schlummern sollte. Hierzu sei gesagt, dass immerhin rund 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung dieses Virus in sich trägt. Weiter besteht bei Küssen auf den Mund die Gefahr, auch nicht ­sexuelle Krankheiten wie Grippe- und anderen Viren aufzulesen.

Wesentlich riskanter sind feuchte Küsse wie etwa Zungenküsse. Hier kann man sich mit einer ganzen Reihe von sexuellen Krankheiten anstecken. Selten, aber möglich sind Chlamydien, dann – bei ungeimpften Personen – Hepatitis B, gefolgt von Gonorrhoe und Syphilis. Sie alle sind glücklicherweise bis auf Hepatitis B behandelbar. HIV wird übrigens nicht auf diese Weise übertragen. Erst bei Oralsex besteht dafür ein minimales Risiko.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr sexuelle Kontakte ein Kusspartner hatte und je risikoreicher sein Umfeld ist (z. B. Darkrooms in der Homosexuellenszene), desto höher ist die Chance, sich einen ­Infekt aufzulesen.

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