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Ratgeber

Beatrice Acuña (55) vom Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband weiss Rat. Bild: zvg

Wie verhalte ich mich gegenüber Sehbehinderten?

Von: Sacha Beuth

«Immer, wenn ich eine sehbehinderte Person durch die Strassen gehen sehe, frage ich mich, ob ich Hilfe anbieten soll oder ob dies aufdringlich wirkt. Wie soll ich mich verhalten?», möchte Lars F. wissen.

Da ich selbst blind bin, weiss ich aus eigener Erfahrung, dass Blinde und Sehbehinderte grundsätzlich froh sind, wenn Hilfe angeboten wird. Wie bei den Sehenden gibt es aber auch bei uns welche, die auf ein Hilfsangebot schroff oder beleidigt reagieren. Lassen Sie sich dadurch aber nicht generell von ihrer guten Absicht abhalten. Versuchen Sie, zuerst die Situation abzuschätzen. Eine sehbehinderte Person, die zügig unterwegs ist, braucht wahrscheinlich keine Hilfe. Läuft sie jedoch zögerlich oder wirkt ­verunsichert – insbesondere an Bahnhöfen, Tramstationen oder Strassenkreuzungen – ist Unterstützung in der Regel sehr willkommen. Ganz wichtig ist dann, die sehbehinderte Person zuerst anzusprechen und nicht einfach anzufassen und in irgendeine Richtung zu zerren. Und hören Sie gut zu, was die sehbehinderte Person überhaupt wünscht beziehungsweise was deren Ziel ist, damit Sie sie nicht fehlleiten.

Wenn eine sehbehinderte Person Begleitung wünscht, dann wird sie sich normalerweise an einem Ihrer Ellbogen festhalten und dann leicht zurückversetzt neben Ihnen gehen wollen. So kann sie jederzeit loslassen, wenn ihr die «Führung» nicht mehr behagt. Als Hilfeleistender sollte man dann daran denken, dass man zu zweit «breiter» unterwegs ist und zudem auch auf Hindernisse auf Kopfhöhe achten und rechtzeitig davor warnen oder ausweichen muss.

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