mobile Navigation

Reportage

Die Menschen hinter der grossen Weihnachtspäckli-Sammelaktion: Pascal Frei, Jlian van Krimpen, Sabrina Göldi (Vorstand Verein Njira), Charlotte Fischer, Nadja Göldi, Christian Schenker, Pascale Rouilly (v. l. n. r). Eine der vielen Beschenkten (kl. Bild).Bilder: PD

Sammeln für Bedürftige

Von: Ginger Hebel

01. Dezember 2020

Sabrina Göldi vom Zürcher Verein Njira sowie freiwillige Helferinnen und Helfer beschenken Menschen am Rande der Gesellschaft. An Heiligabend feiern sie an der Gassenweihnacht im Kreis 4 – mit Schutzkonzept. Von Ginger Hebel

Die Weihnachtszeit ist verknüpft mit Erinnerungen, Emotionen und Hoffnungen. Viele Menschen haben jedoch niemanden, um Weihnachten zu feiern. Sabrina Göldi wohnt in Zürich und studiert hier angewandte Psychologie. Vor vier Jahren hat sie die Weihnachtspäckli-Aktion ins Leben gerufen; anfänglich als private Initiative, seit März 2020 im Rahmen des Vereins Njira. Das Ziel: Menschen in schwierigen Lebenssituationen eine Freude zu bereiten. «Wir wollen ihnen zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben, und möchten ihnen Anerkennung und Zusammengehörigkeit vermitteln.»

Alle Geschenke gleich

Bei der ersten Sammelaktion sind 150 Päckli zusammengekommen, letztes Jahr waren es bereits 1000. «Es zeigt, dass die Aktion ankommt», freut sich die 24-Jährige. Der Inhalt der Geschenke ist festgelegt: 1 Paar Socken, 1 Paar Handschuhe, 2 Hygieneartikel. «Es ist wichtig, dass alle Geschenke gleich sind, damit es nicht zu Neid und Eifersucht kommt.» Verteilt werden die Päckli an Notunterkünfte, Anlaufstellen für Menschen mit Suchtproblematik, aber auch an Mädchen- und Frauenhäuser. «Leider dürfen wir die Geschenke wegen Corona nicht persönlich überreichen, das ist schade.»

Heiligabend feiern Sabrina und ihre eineiige Zwillingsschwester Nadja schon lange nicht mehr daheim, sondern an der Gassenweihnacht an der Militär-/Langstrasse. Mit freiwilligen Helferinnen und Helfern und Menschen am Rande der Gesellschaft treffen sie sich zu Suppe, Tee und festlicher Musik. Letztes Jahr trat ein Zauberer auf, es wurde getanzt und gesungen. Wegen Corona ist jetzt alles anders, dennoch: «Diese Menschen haben es verdient, dass jemand mit ihnen Weihnachten feiert und ihnen ein Geschenk überreicht», sind die Studentinnen überzeugt. Abstand, Maske und Handschuhe seien selbstverständlich. «Die Menschen sind sehr dankbar und können es oft kaum glauben, dass wir sie an so einem wichtigen Fest nicht alleine lassen», sagt Göldi. Und auch wenn es keine Umarmungen geben wird, «zusammen lachen ist genauso intim».

So funktionierts: Päckli-Inhalt: 1 Paar Handschuhe, 1 Paar Socken, 2 Hygieneartikel, beschriften mit (m), (f) oder (n).

Senden per Post bis 11.12. an: Uni Zürich, Verein Njira Weihnachtspäckliaktion, Annahme Wareneingang Logistik, Winterthurerstrasse 190, 8057 Zürich

Abgabestelle Zürich: aki, Hirschengraben 86, von Mo, Di, Do, Fr: 9 bis 17.30 Uhr. Bis 11.12. vorbeibringen.

Abgabestellen für Studentinnen und Studenten:

www.njira.org

 

Spenden für Bedürftige und Freiwillige gesucht

Mit der Schweizer Tafel Region Zürich und Aargau sammelt My Place Self Storage wieder Weihnachts-Spenden für Bedürftige in Zürich. Bis 14. Dezember können Spenden wie haltbare Lebensmittel oder originalverpackte Drogerieartikel abgegeben werden. Abgabe: wochentags 8.30 bis 17.30 und samstags von 9.00 bis 13 Uhr in den Zürcher My-Place-Häusern (Grubenstrasse 28, Aegertweg 7 und Vegastrasse 2). www.myplace.ch


Die Zürcher Winterstube (getragen vom Stadtkloster und der reformierten Kirchgemeinde Hard) setzt sich für Randständige im Kreis 4 ein. Hier können sich Tagesgäste an der Wärme aufhalten und sich verpflegen. Es gibt auch Dusch- und Waschmöglichkeiten. Die Winterstube ist bis Mitte April 2021 jeweils am Samstag und Sonntag geöffnet. Für das Angebot werden noch Freiwillige gesucht. Interessiert?
E-Mail an: b.ilis@gmx.ch

 

 

zurück zu Reportage

Artikel bewerten

Gefällt mir ·  
Noch nicht bewertet.

Leserkommentare

Keine Kommentare