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Reportage

Glacés waren während der vergangenen Hitzewoche in Zürich ein Verkaufsschlager. Bild: SB

So hat Zürich die Hitze überstanden

Von: Sacha Beuth

27. Juni 2017

Wetter Vergangene Woche ächzte Zürich unter den hohen Temperaturen. Deren Auswirkungen auf die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt haben deutliche Spuren hinterlassen. Die Zahlen und Fakten zu den heissesten Tagen des Juni 2017.

B wie Bier: Auch einzelne Bierbrauer wie der lokale Hersteller Turbinenbräu (+15%) können für den Juni steigende Umsatzzahlen vorweisen. Dies allerdings nicht wegen, sondern trotz der Hitze. Wie ein Vertreter von Turbinenbräu erzählt, haben Temperaturen über 25 °C für den Bierverkauf eher eine bremsende Wirkung. Diese wurde jedoch mit Sonnenschein, der generell den Bierkonsum fördert, wieder wettgemacht, wobei vor allem leichtere Biere gefragt waren.

F wie Freibad: Die Zürcher Badeanstalten melden für die letzte Woche rund 200 800 Besuche. Das sind satte 91 Prozent (oder 95 500 Besuche) mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die höchste Wassertemperatur wurde mit 30 °C im Seebad Katzensee erreicht.

G wie Glace: Glaceverkäufer dürften letzte Woche generell Rekordum­sätze verzeichnet haben. Sowohl Daniel Kissling, der den Glacestand «Gelati am See» betreibt, wie das für seine Coupes berühmte Mercure Hotel Stoller geben eine Verdopplung des Umsatz gegenüber Juni 2016 an. Während bei Kissling vor allem Sorbets mit den Aromen Blutorangen, Zitrone, Himbeere sowie Glace aus Schwarzer Schokolade über die Theke gingen, waren im Hotel Stoller der «Frauentraum» und der «Gletscherkuss» gefragt.

H wie Hitzefrei: Gab es – wohl zum Leidwesen der meisten Schüler  – nicht. Laut Angaben des Schul- und Sportdepartements wurde diese Regelung schon vor Jahren abgeschafft, weil heutzutage sehr häufig beide Elternteile berufstätig sind und die Kinder somit an einem hitzefreien Schultag unbeaufsichtigt wären.

M wie Meteorologie: Der Juni 2017 ist zwar noch nicht ganz zu Ende, dürfte aber trotzdem als einer der wärmsten in die Geschichte eingehen. Laut Angaben von Meteonews.ch betrug dessen Durchschnittstemperatur für Zürich bislang 20,1 °C. Der Mittelwert für den Juni 2016 lag bei knapp 17 °C, der Durchschnitt der aktuellsten Vergleichsperiode (1981–2010) bei 16,7 °C.

P wie Plage: Die hohen Temperaturen wirkten sich auch wachstumsbeschleunigend auf das Seegras im Zürichsee aus. Besonders in Ufernähe entwickelten sich die Pflanzen zur Plage und mussten laut Radio Energy mit Schaufeln oder mit der «Seekuh», einer speziellen Mähmaschine, entfernt werden.

R wie Rasenflächen: Dass es in Zürich trotz Hitze so schön grün geblieben war, ist dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter von Grün Stadt Zürich zu verdanken. Obwohl mehr bewässert werden musste – im Fokus standen insbesondere Fussballfelder, Friedhöfe und neu gepflanzte Jungbäume –, ergaben sich durch die Hitze auch Arbeitserleichterungen. So fiel vielerorts das Rasenmähen weg, weil bei hohen Temperaturen das Gras weniger schnell wächst.

S wie Schifffahrt: Auch die Fahrt auf einem der ZSG-Schiffe erfreute sich während der Hitzeperiode grosser Beliebtheit. Zwar mussten die Fahrdienste auf der Limmat hitzebedingt (bis 40 °C im Passagierraum) vom 21. bis 23. Juni eingestellt werden. Insgesamt jedoch verzeichneten die ZSG nach eigenen Angaben für diesen Juni eine Steigerung des Passagieraufkommens gegenüber Juni 2016 um rund 8,4 Prozent.

V wie VBZ: Die Benützung eines VBZ-Fahrzeugs verkam letzte Woche nicht selten zur Tortur. Besonders, wenn man in eines der rund 100 täglich verkehrenden Tram 2000 stieg, dessen Fahrgastraum nicht klimatisiert ist. Doch auch in an sich klimatisierten Tram- und Bustypen kann es unangenehm werden, wenn die Klimaanlage ausfällt, was laut «Tagblatt»-Lesern in der Hitze­periode mehrmals der Fall war.

W wie Wasserverbrauch: An heissen Tagen steigt in Zürich naturgemäss der Wasserverbrauch. Der Höchststand für diesen Juni wurde am letzten Donnerstag mit 220 000 Kubikmeter Trinkwasser erreicht. Engpässe sind für die knapp eine Million Kunden (Stadtbevölkerung sowie die 67 Vertragspartner-Gemeinden) nicht zu befürchten. Das Trinkwasser von Wasserversorgung Zürich besteht aus 15 Prozent Grundwasser, 15 Prozent Quellwasser und 70 Prozent aufbereitetem Seewasser. Der Anteil von Letzterem kann bei Bedarf jederzeit erhöht werden.

Z wie Zoo: Die Königspinguine im Zoo Zürich hatten letzte Woche wohl am wenigsten zu leiden. Sie halten sich in der warmen Jahreszeit jeweils in ihrem Innengehege auf, dessen Temperatur bei etwa 8 °C gehalten wird. Andere Tiere wie Affen oder Bären bekommen an heissen Tagen Eisblöcke mit eingefrorenen Futterstücken zur Erfrischung.

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