mobile Navigation

Reportage

Kühles Bad: Wer Singvögeln Gutes tun will, stellt eine Schale Wasser in den Garten und wechselt es täglich. Bild: PD

Wie Tiere cool bleiben

Von: Isabella Seemann

09. Juli 2019

HUNDSTAGE Tiere haben ausgeklügelte Strategien entwickelt, der Hitze zu trotzen. Haustiere brauchen jedoch auch die Hilfe ihres Besitzers, um gesund durch die heissen Sommermonate zu kommen.

Die Affenhitze macht nicht nur vielen Menschen zu schaffen, sondern auch Tieren. Fell und Federn sind nicht optimal, um Wärme abzuleiten. Und nur wenige Arten, wie beispielsweise Pferde, können ihre Körpertemperatur über Schwitzen regulieren.

Haustiere leiden aber vor allem unter der Hitze, wenn ihre Besitzer Grundlegendes nicht beachten und ihre Verantwortung nicht übernehmen. Wasser und Schatten müssen Tieren immer zur Verfügung stehen. Und – es muss immer wieder gesagt sein – Hunde und andere Tiere dürfen sommers nie, auch nicht für fünf Minuten, auch nicht mit geöffnetem Fensterspalt, auch nicht in der Garage, im Auto zurückgelassen werden. Der Wagen heizt sich auf und wird zur Todesfalle. Auch Meerschweinchen-, Hamster- oder Vogelkäfige dürfen keinesfalls in der prallen Sonne oder am Fenster stehen, sonst droht ihnen ein Hitzschlag.

Siesta und Schlammbad

In der Wildnis haben viele Tiere ihre eigenen Tricks entwickelt, um die Hitze schadlos zu überstehen. Viele machen genau das, was auch wir Menschen am liebsten tun, wenn das Quecksilber über 30 Grad Celsius steigt: Sie halten Siesta an einem schattigen Plätzchen, verkriechen sich gleich in den kühlen Bau oder gehen baden. Hirsche und Wildschweine suchen sich mit Wasser gefüllte Gruben, Tümpel oder Löcher, um sich darin zu suhlen. Die Schlamm­packung hält zudem lästige Stechinsekten fern und schützt vor Sonnenbrand. Rehe hingegen meiden selbst bei allergrösster Hitze das Wasser. Stattdessen zieht es sie in die Tiefen des schattigen Waldes, wo sie sich dann tagsüber wenig bewegen.

Ohren als Hitzeableiter

Was aber, wenn weit und breit kein schattiges Plätzchen in Sicht ist? Der Feldhase hat eine körpereigene Klimaanlage, die über die langen Ohren funktioniert. Er benützt seine Löffel als Hitzeableiter. Zwei seiner ärgsten natürlichen Feinde, Fuchs und Wolf, hingegen hecheln – wie übrigens auch einige Vogelarten. Amseln oder Rabenkrähen sitzen häufig mit weit geöffnetem Schnabel da und atmen schnell ein und aus. Ausserdem suchen sie Badestellen auf. Wer flache Schalen mit Wasser aufstellt, bekommt eventuell Besuch von Vögeln, die sich in den kleinen Planschbecken erfrischen. Die Wasserschalen müssen jedoch täglich gereinigt werden, damit sich Krankheitserreger nicht vermehren.

Bloss nicht bewegen

Manche Vögel nutzen ausserdem gezielt kühlende Luftströmungen, indem sie Flügel und Beine in den Luftzug stellen. Wie die meisten Tiere ziehen sich auch Vögel während der stärksten Hitze gern an schattige Orte zurück. Dann schrauben sie ihre Aktivitäten auf ein Minimum herunter. Denn wer sich nicht bewegt, heizt den Körper nicht zusätzlich auf.

Hoch oben in seinem Nest ist der Storch der prallen Sonne ausgesetzt, wie sich derzeit am Zürichberg beobachten lässt, wo es so viele Störche hat wie noch nie. Um sich zu schützen und zu kühlen, hat er eine recht eigenwillige Sonnenschutzlotion entwickelt: Er beschmiert seine langen Beine gern mit seinen Ausscheidungen. Deshalb erscheinen Storchenbeine an heissen Sommertagen oft weiss.

zurück zu Reportage

Artikel bewerten

Gefällt mir ·  
Noch nicht bewertet.

Leserkommentare

Keine Kommentare