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Reportage

Der 11-jährige Elilan Vijeyakumar will unbedingt eine Medaille holen (r.). Bild: SB

Zweirad-Examen mit Medaillen und Eistee

Von: Sacha Beuth

26. Juni 2018

Rund 2800 Fünftklässler haben sich dieser Tage zur Veloprüfung angemeldet. Einige gehen die Sache gelassen an, einige sind ziemlich nervös, und dann gibt es auch die, die sich unbedingt eine Goldmedaille holen wollen. Das «Tagblatt» hat Schüler und Verkehrsinstruktoren beim Zweirad-Examen ums Aemtlerschulhaus begleitet.

Exakt auf der weissen Stoppmarkierung bringt Elilan Vijeyakumar sein Velo zum stehen. Ein Blick nach rechts, ein Blick nach links und dann biegt der 11-Jährige vorsichtig – nicht ohne das erforderliche Handzeichen zu geben – nach links in eine Nebenstrasse ab. Roger Baumgartner, Verkehrsinstruktor bei der Stadtpolizei Zürich, nickt anerkennend. «Wegen der unübersichtlichen Situation muss man beim Losfahren von der Stoppmarkierung unbedingt nochmals nach rechts schauen. Das hat der Schüler sehr gut gemacht.»

Die Übung ist teil der Veloprüfung, die am letzten Mittwoch rund ums Schulhaus Aemtler im Kreis 3 stattfand und den Abschluss einer 3-Phasen-Veloausbildung mitsamt Online-Theorieprüfung bildet. Jährlich melden sich rund 2800 Fünftklässler für dieses Zweirad-Examen an. Um diese Menge bewältigen zu können, haben die für den Anlass verantwortlichen Schulinstruktoren der Stadtpolizei (siehe auch Box) die Stadt in 10 Sektoren eingeteilt. «In jedem Sektor findet nun jeweils an einem Tag eine Prüfung für die Klassen der im Sektor befindlichen Schulhäuser statt», erklärt Kurt Häfeli, Verkehrsinstruktor und Prüfungschef des Sektors Aemtler, während er am Schulhaus die Schüler beim Start in den rund 2,5 Kilometer langen Parcours verfolgt.

Dort versucht Chizoba Amadi ihre Anspannung zu verbergen. Sie ist vor allem froh, dass beim Velocheck nichts bemängelt worden ist und sie ohne Fehlerpunkte die Strecke in Angriff nehmen kann. «Ich will einfach erfüllen. Welche Farbe die Medaille hat, spielt keine Rolle.» Da sind die Ansprüche von ihrem Gspäändli aus der 5b, Suir Krasniqi, schon höher: «Mein Ziel ist die Goldmedaille» (die er hinterher dann auch holt und mit viel Stolz präsentiert). Auch für Anna Landis und Christ-Yie Mabiongo von der 5b des Schulhauses Hardau ist nur Gold gut genug. Wie auch immer die Prüfung für den Einzelnen verläuft, am Schluss sind an diesem heissen Tag alle erleichtert – und machen es sich im Schatten gemütlich, um den offerierten Eistee zu schlürfen

Veloprüfung in der Stadt Zürich

Veloprüfungen gibt es in der Stadt Zürich seit 1947. Anfangs organisierte die Veloprüfungskommission (die sich aus Mitgliedern verschiedener Veloclubs bildete) die Prüfungen durch einen Schulinstruktor der Stadtpolizei. Seit 2014 obliegt diese Aufgabe ausschliesslich den Schulinstruktoren der Stapo. Bei der Prüfung wird nicht nur das Fahrverhalten, sondern auch die Verkehrstauglichkeit des Velos bewertet. Wer nicht mehr als 5 Fehler vorweist, erhält eine Medaille (0 Fehler = Gold, 1 bis 2 Fehler = Silber, 3 bis 5 Fehler = Bronze). Mehr Fehler haben jedoch keine Konsequenzen. www.stadtzuerich.ch-> Sicherheitsdepartement -> Stadtpolizei -> Prävention -> Schulinstruktion -> Veloprüfung

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