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Stadtratskolumne

Andres Türler

Ansteckungsherd VBZ?

Von wegen . . . Entgegen der weitverbreiteten Meinung bergen öffentliche Verkehrsmittel in der Stadt Zürich offenbar eine weit geringere Ansteckungsgefahr durch eine Anhäufung von Bakterien als befürchtet. Zu diesem erfreulichen Resultat kam eine Gymnasiastin, die sich in ihrer Maturarbeit mit dem nicht eben appetitlichen Thema beschäftigt hat. Nach Rücksprache mit den VBZ ging sie in den öffentlichen Verkehrsmitteln systematisch auf die Jagd nach ansteckenden Bakterien. Ein anspruchsvolles Unterfangen, vom Forschungsdesign über das Entnehmen von Proben, der Auswertung und Analyse bis zum Abfassen des Berichts.

Die junge Frau hat dafür ein beträchtliches Mass an Kreativität und Engagement an den Tag gelegt, einiges an Ferien und Freizeit investiert und damit erst noch einen nützlichen Beitrag für die Gesellschaft geleistet. Chapeau und vielen Dank! Denn was sie herausgefunden hat, relativiert die gängige Meinung, dass Trams und Busse Bakterienschleudern seien. Zwar hat die Maturandin an den Fensterscheiben und den darunter liegenden Haltegriffen sowie an der vordersten Haltestange erwartungsgemäss eine höhere Konzentration von Krankheitserregern gefunden, aber selbst diese ist nicht besorgniserregend und für Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, keine nennenswerte Gefahr.

Obwohl die Studie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und breiter abgestützt werden müsste, um repräsentativ zu sein, liefert sie wertvolle Hinweise und Anregungen. Jedenfalls lässt sich daraus schliessen, dass das Risiko, sich bei einem Sturz zu verletzen, wenn man sich aus Angst vor Bakterien nicht an der Haltestange hält, weit höher ist als dasjenige, sich im Tram mit einer Infektionskrankheit anzustecken . . .

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