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Warum?

Was macht eigentlich...

Von: Isabella Seemann

19. September 2013

Albert Wettstein, ehemaliger Stadtarzt.

Der Stadtarzt war eine Institution, die in 700-jähriger Tradition stand. Mit der Pensionierung Albert Wettsteins im September 2011 ging sie zu Ende, er sei nicht ersetzbar, hiess die offizielle Version. Der Unersetzbare hatte 28 Jahre lang den Stadtärztlichen Dienst geprägt und war Arzt mit Leib und Seele. Zwangspensionierung hält er für eine Form von Altersdiskriminierung, aber es kann ihm ja niemand verbieten, ehrenamtlich zu arbeiten. Und so kümmert sich Albert Wettstein bei der Unabhängigen Beschwerdestelle für das Alter weiterhin persönlich mit Hausbesuchen um die allerschwierigsten Fälle: demente Menschen, die in unwürdigen Umständen leben, oder zu Hause betreute Betagte, die aus Überforderung misshandelt werden. Täglich erhält er zudem Anfragen für Vorträge. Und da ist auch noch die Idee vom «Generationenhaus», einem Treffpunkt mit Bistro und Angeboten wie Aufgabenhilfe oder Kunstschaffen für Jugendliche und Alte, angeleitet von pensionierten Fachleuten.

«Höchst spannend» ist sein Lieblingsausdruck für all jene Projekte, die er in Angriff genommen hat. Gleich nach der Pensionierung war Wettstein für ein paar Wochen zu seinem Sohn nach San Francisco gereist und zimmerte für dessen Reiheneinfamilienhaus einen Holzbalkon. Sein neustes Lieblingsprojekt: Enkelhüten, einen fixen Tag pro Woche. Dafür hat er in seinem Arbeitszimmer auch Platz für ein Kasperlitheater freigeräumt. Voller Begeisterung erzählt Wettstein: «Kinder sind wie Schwämme, sie saugen alles auf, sind neugierig und wissbegierig, man kann ihnen unheimlich viel weitergeben, sie halten einen aktiv.»

Denn fit sein im Alter, das bedeutet körperlich und geistig rege bleiben. Der Experte für Gesundheitsförderung im Alter setzt um, was er selber predigt: einen täglichen Spaziergang am See. «Das ist für Ältere ideal, weil der Weg flach ist.» Und er knüpft auch gleich eine politische Forderung daran, die das Wohlbefinden für Betagte erhöhen soll: «Der Seeuferweg muss durchgehend werden.»

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