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Interview

Haben vor vier Jahren geheiratet: Ljuba Manz und Marco Conte, hier am Opernball. Bild: PD

Die Unterschiede sind das Salz in ihrer Ehe

Von: Isabella Seemann

27. November 2018

Sie gehören zu den glitzerndsten Paaren der Zürcher Party-Aristokratie: die Hotelière Ljuba Manz (78) und ihr Ehemann Marco Conte (47). Im November kommt die Biografie der gebürtigen Russin, die in bitterster Armut aufgewachsen ist, auf den Markt: «Ljuba Manz – Russische Seele – Wiener Herz».

Was haben Sie vom jeweils anderen gedacht, als Sie ihn das erste Mal gesehen haben?

Ljuba Manz: Er stand in der Halle des Hotel de Paris in Monte Carlo, und er wurde mir vorgestellt, und ich dachte, welch ein gut aussehender, kultivierter junger Mann.

Marco Conte: Ich dachte: eine schicke Lady. Ich sah sie die Treppe herunterschreiten und dachte: Wer ist diese interessante und faszinierende Frau? Ich war überrascht, als sie direkt auf unsere Gruppe zukam und mir von einer gemeinsamen Bekannten vorgestellt wurde.

Woran erkannten Sie, dass es Liebe ist?

Ljuba: Nach den ersten gemeinsamen Skiferien beim Verabschieden am Bahnhof hat er mich so fest an sich gedrückt, dass mein Herz gesagt hat, das muss Liebe sein und nicht ein kleiner Ferienflirt.

Marco: Ich hatte das Gefühl, glücklich zu sein und dass alles passt. Wir verbrachten schöne gemeinsame Tage beim Ski und Après-Ski. Ich wünschte mir, es könnte so bleiben. Beim Abschied hatte ich Mühe, mich von ihr loszureissen.

Sie geben viele Partys. Hand aufs Herz: Welchen Anteil an Ihren privaten Gesprächen nimmt der Klatsch über andere Prominente an Ihrem Frühstückstisch ein?

Ljuba: Null Prozent. Meine Beziehung zu Marco war am Anfang Klatsch genug, sodass ich gar keine Zeit hatte, mich um den Gossip über andere zu kümmern. Jedoch hat Marco mit seinem Charme, seinem kultivierten Umgang meine Freunde und meine Familie schnell für sich gewinnen können.

Marco: Der Klatsch liegt uns beiden nicht. Ich habe durch Ljuba sehr viele Leute kennen gelernt. Ich war voll damit beschäftigt, Ljubas Freundeskreis näher kennen zu lernen, und war froh, selbst so positiv und mit offenen Armen aufgenommen zu werden.

Etwas Unerwartetes passiert – wer übernimmt die Führung? 

Ljuba: In der Regel übernehme ich die Führung. Aber wir sind beide kompromissbereit.

Marco: Ja, das sehe ich auch so. 

Was haben Sie gemeinsam, worin unterscheiden Sie sich? 

Ljuba: Quelle est la différence entre la femme et l’homme? C’est la différence qui entre. Während ich ein Genussmensch bin und Fisch und Fleisch bei einem guten Tropfen sehr zu schätzen weiss, ist mein Mann Asket und Vegetarier. Etwas Schlimmeres hätte mir als Gastronomin nicht passieren können – so blind macht die Liebe.

Marco: Aber, wir haben viele gemeinsame Interessen. Ausser Sport pflegen wir kulturelle Veranstaltungen wie Theater-, Oper- und Konzertbesuche. Zudem veranstaltet meine Frau eine dreitägige Konzertreihe für die Öffentlichkeit, die Musiktage Dornegg, und sponsort auch das Musikfestival in Verbier.

Worin ist Ihnen Ihr Ehemann beziehungsweise Ihre Ehefrau ein Vorbild?

Ljuba: In der sehr eleganten Zurückhaltung im Umgang mit Menschen. Sein scharfer Verstand sowie sein Witz und Humor.

Marco: Ihre Spontaneität und Leichtigkeit im Umgang mit Menschen. Die mitreissende Lebensfreude.

Was haben Sie zuletzt vom anderen gelernt?

Ljuba: Der smarte Umgang mit dem Smartphone.

Marco: Das Setzen und Aufziehen diverser Pflanzen- und Gemüsesorten.

Worüber haben Sie zuletzt gestritten?

Ljuba: Ich war enttäuscht, als mein Mann nicht zur Talkshow ins Fernsehstudio in Wien kam.

Marco: Das ist lange her. Wir haben uns am nächsten Tag wieder versöhnt.

Wer von Ihnen hat zuletzt eine Liebeserklärung gemacht? 

Ljuba: Das machen wir beide bei jedem Wiedersehen. Ich habe immer noch Herzklopfen, wenn er mich ansieht, in die Arme nimmt, mich küsst und mir sagt: «Zuckergoscherl, für mich bist du immer noch die Schönste.»

Marco: Das mache ich jeden Tag, wenn ich nicht bei ihr bin, und ich könnte keine Nacht einschlafen, ohne zumindest per Telefon einen Gutenachtkuss zu schicken und ihr zu sagen, dass ich sie liebe.

An welchen Ort in Zürich gehen Sie besonders gern mit Ihrem Partner?

Ljuba: In die Hummerbar. 

Marco: Ja, eindeutig.

Was möchten Sie unbedingt noch miteinander erleben? 

Ljuba: Noch viele glückliche Jahre miteinander in einer Welt, die noch lebenswert ist.

Marco: Noch viele glückliche gemeinsame Jahre. Das Leben mit Ljuba ist immer ein Erlebnis. 

Gut zu wissen

Die Lebensgeschichte von Ljuba Manz (78) liest sich wie das Märchen vom Aschenputtel. Sie ist 1940 in der Ukraine geboren und in Wien in bitterer Armut aufgewachsen. 1968 kam sie in die Schweiz. Unter dem Namen Ljuba Karenina tanzte sie im Terrasse, das damals noch ein Animierlokal war. 1974 heiratete sie den Hotelier Caspar E. Manz. Später kamen die Zwillinge Alexander und Michael zur Welt. Heute führt sie zusammen mit ihren Söhnen das Familienunternehmen Manz Privacy Group, zu der das Hotel St. Gotthard an der Bahnhofstrasse und weitere Hotels in der Schweiz und in Südamerika gehören.

Marco Conte (47) wurde 1971 in Milano geboren. Er ist Mathematiker und arbeitet in Wien als Ingenieur für die europäische Raumfahrtindustrie.

Ljuba Manz und Marco Conte haben 2014 geheiratet und leben zwischen Zürich und Wien.

Ende November kommt Ljuba Manz’ Biografie heraus: René Lüchinger, Birgitta Willmann: «Ljuba Manz - Russische Seele - Wiener Herz – Das bewegte Leben der Schweizer Hotelkönigin», Stämpfli-Verlag AG, Bern.

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