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Interview

"Ich würde mich als Jesus- Freak bezeichnen"

Von: Janine Grünenwald

18. April 2012

125 Frauen und Männer sitzen im Gemeinderat der Stadt Zürich. Wie ticken unserer Parlamentarier? Diese Woche mit Claudia Rabelbauer-Pfiffner, EVP.

Tagblatt der Stadt Zürich: Welches ist Ihr Lieblingsrestaurant in Zürich?

Claudia Rabelbauer-Pfiffner: Das Restaurant Hiltl. Ich esse gerne vegetarisch, obwohl ich nicht Vegetarierin bin.

Was geht Ihnen in Zürich besonders auf den Keks?

Rabelbauer-Pfiffner: Die Zürcher sind etwas gestresst. Würden sie den Alltag lockerer nehmen, müssten sie am Wochenende nicht so Gas geben, zu viel trinken und Gewaltexzesse ausleben, dann bräuchten sie nicht so ein Ventil.

Wie würden Sie einem Fremden Ihr Äusseres beschreiben?

Rabelbauer-Pfiffner: Ein typisches Merkmal ist sicher mein rosaroter Rucksack, den habe ich immer dabei.

Wer ist Ihr liebster politischer Gegner und warum?

Rabelbauer-Pfiffner: Ich fechte gerne mit den Grünen ein Sträusschen aus, mit Balthasar Glättli, Markus Knauss oder Fabienne Vocat zum Beispiel. Sie haben eine Diskussionskultur, die ich sehr schätze, und sind teilweise weniger ideologisch verhaftet als die Polparteien – ausser in Verkehrsfragen.

Wer ist Ihr Vorbild oder Kindheitsheld?

Rabelbauer-Pfiffner: Ich habe wahnsinnig gerne gelesen, und die Romanfiguren waren jeweils meine Helden. Etwa «Ronja Räubertochter », «Wir Kinder aus Bullerbü» oder «Tschipo», der mit seinem Bett davonflog.

Wann haben Sie zum letzten Mal geweint?

Rabelbauer-Pfiffner: Ich weine oft. Man sagt auch, ich hätte nah am Wasser gebaut. Für mich ist es etwas Wohltuendes und Reinigendes. Ich weine aus Trauer, Frust, aber auch Freude und Rührung. Es ist ein Ventil, das mir guttut.

Was ist Ihnen heilig?

Rabelbauer-Pfiffner: Der Sonntag. Ich habe die Devise, dass ich sehr viel arbeite, aber wenn ich frei habe, dann habe ich wirklich frei. Ich habe zu Hause keinen Computer, kein Festnetz, und ich nehme auch keine Arbeit mit nach Hause.

Glauben Sie an Gott?

Rabelbauer-Pfiffner: Ja. Ich würde mich sogar als Jesus- Freak bezeichnen.

Geben Sie einem Bettler Geld?

Rabelbauer-Pfiffner: Ich kaufe wirklich gerne die Strassenmagazine «Surprise» und «Taxi», bei Bettlern gebe ich je nachdem etwas, ich sage nicht kategorisch Nein.

Sex gegen Geld. Was halten Sie davon?

Rabelbauer-Pfiffner: Die EVP vertritt die Haltung, dass man Prostitution sinnvollerweise nicht verbieten soll, da dies negative Auswirkungen hätte. Aber wir sind der Meinung, dass die Stadt Zürich zu klein und dicht besiedelt ist, als dass es einen Strassenstrich verträgt. Wir sind dafür, dass man das Sexgewerbe in die Bordelle zurückbindet und diese regelmässig überprüft.

Wer ist für Sie der bedeutendste Zürcher?

Rabelbauer-Pfiffner: Der Böögg, der ist so typisch zürcherisch, und wahrscheinlich kennt in jeder. Er lebt kurz und explosiv.

Von welchem Beruf träumten Sie als Kind?

Rabelbauer-Pfiffner: Ich wollte immer Schauspielerin werden. Jetzt bin ich Politikerin, und das ist doch auch ein bisschen Theater. «In der Arena der Eitelkeiten», so kommt mir das manchmal vor.

Was haben Sie bis heute leider noch nicht gemacht?

Rabelbauer-Pfiffner: Einen Lottosechser.

Was bereuen Sie?

Rabelbauer-Pfiffner: Fast nichts, aber wenn ich etwas bereue, dann analysiere ich es und versuche, vorwärts gerichtet eine Entscheidung zu treffen.

Welches ist Ihre Lieblings-App?

Rabelbauer-Pfiffner: Ich benutze Apps nicht so sehr. Eher SBB online.

Wohin wollten Sie schon immer mal verreisen?

Rabelbauer-Pfiffner: Ins Pfefferland. Man hat mich schon so oft dahin gewünscht.

Wovor fürchten Sie sich?

Rabelbauer-Pfiffner: Ich habe eine ausgewachsene Spinnen- Phobie.

Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?

Rabelbauer-Pfiffner: Riz Casimir. Es muss nicht mal unbedingt mit Fleisch sein, ich habe Curry einfach wahnsinnig gerne.

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Leserkommentare

Uwe Löchner - Eine sympathische Frau, gesunde Ansichten. Wenn ich in ZH wohnen würde, würde ich sie wählen.

Vor 2 Jahren 8 Monaten  · 
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