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Interview

Der «King of Swing» Pepe Lienhard (72) und seine Ehefrau Christine Lienhard (48), Präsidentin der Stiftung Lebensfreude, 13 Jahre nach ihrem ersten Rendez-vous im Restaurant Sonnenberg hoch über Zürich. Bild: Nicolas Y. Aebi

Ihre Herzen schlagen im Takt der Liebe

Von: Isabella Seemann

02. Oktober 2018

Sie ist die wahre Swiss Lady und er der Mann auf der Bühne: Christine Lienhard (48), Präsidentin der Stiftung Lebensfreude, und Bandleader Pepe Lienhard (72) mögen einige Lebensjahre trennen, aber ihre Liebe zueinander und zu den Menschen und Tieren verbindet sie fest.

Erzählen Sie doch mal Ihre Version der Geschichte, wie Sie sich kennen lernten?

Pepe Lienhard: Als ich Christine zum ersten Mal sah, an einem Wohltätigkeitsanlass, verliebte ich mich vom Fleck weg in sie, aber sie nahm mich nicht wahr unter den vielen Leuten. Schliesslich erhielt ich von ihr für meine Teilnahme ein formelles Dankesschreiben. Das war meine Chance! Ich schrieb zurück, dass ich jederzeit gerne wieder für einen Charity-Event zu haben sei und wir uns mal zum Kaffee treffen könnten. Um ihr zu imponieren, lud ich sie dann aber zu einem lauschigen Abendessen ein im Restaurant Sonnenberg hoch über Zürich.
Christine Lienhard: Das war am 12. August vor dreizehn Jahren, für mich zuerst einfach ein Geschäftstermin. Pepe war mir nicht wirklich ein Begriff. Ich wuchs ohne TV auf und lebte, seit ich 17 war, im Welschland, aber ich fand sein Engagement sehr nett. Während des Abendessens habe ich mich extrem wohlgefühlt. Gleich danach rief ich meine beste Freundin an und erzählte ihr, ich hätte soeben den Mann meines Lebens getroffen, aber er sei viel zu alt, und das seis dann wohl gewesen.

Wie merkten Sie, dass es Liebe ist?

Pepe: Ich war von ihrem Aussehen und ihrem sozialen Engagement ebenso beeindruckt wie von ihrer Genussfreude, mit der sie ein ganzes Kotelett vom damaligen Chefkoch Jacky Donatz ass. Aber es war mir schnell klar, dass unsere Beziehung noch ein ganz zartes Pflänzchen war, für das ich Sorge tragen musste. Wir gingen es sehr langsam an.
Christine: Die Liebe kam nicht von einem Tag auf den anderen, sondern sie wächst täglich. Trotz aller anfänglichen Zurückhaltung merkte ich bald, dass ich mich mit diesem Mann einfach in jeder Situation wohlfühlte und sich dieses Gefühl stets verstärkte, selbst bei Herausforderungen, die wir zu meistern hatten.

Was haben Sie gemeinsam, worin unterscheiden Sie sich?

Pepe: Wir haben den gleichen Geschmack, wortwörtlich, wir mögen und desavouieren die gleichen Gewürze und Gerichte. Bei der Musik gibt es kleine Dissonanzen.
Christine: Beim Modern Jazz bin ich echt nicht dabei, da lasse ich ihn allein ziehen. Uns eint die Liebe zur Natur, zu den Tieren, und wir sind gern mit Menschen zusammen, laden häufig Gäste ein. Pepe ist so herrlich unkompliziert. Wir mögen es beide spontan und nehmen die Dinge, wie sie kommen.

Wann ist der Gleichklang der Seelen bei Ihnen mal gestört?

Pepe: Das kommt selten vor, wir sind beide schlechte Streiter, und wenn es doch Missstimmungen gibt, dann klären wir das immer noch vor dem Schlafengehen.
Christine: Wir brauchen beide die Harmonie, aber wir mussten auch lernen, wie man sie durch Reden herstellt.

Was haben Sie zuletzt von Ihrem Partner gelernt?

Pepe: Ich habe ein eher forsches und direktes Temperament und lernte von Christine, achtsamer, sorgfältiger und rücksichtsvoller zu sein, allein schon, um sie nicht zu ärgern.
Christine: Alles über die Tierwelt. Pepe ist eine wandelnde Enzyklopädie, er hat mir da eine ganz neue Welt eröffnet. Von seiner grossen Erfahrung, eine Gruppe Künstler zu führen, kann ich viel profitieren. Unsere Jobs haben mehr gemeinsam, als man denken könnte, und wir tauschen uns immer wieder aus. Für mich ist das äusserst wertvoll.

Gibt es ein Tier, das Sie mit Ihrem Partner in Verbindung bringen?

Pepe: Christine hat ein ähnliches Temperament wie unser Altdeutscher Schäferhund Garou. Sie ist sehr diszipliniert, immer darauf bedacht, dass es allen in ihrem Umfeld gut geht, und zugleich anhänglich, verspielt und verschmust.
Christine: Den Hornvogel. Pepe besass selbst einen namens Eddie. Ein aussergewöhnlicher Vogel mit überaus starkem Charakter.

Wie wichtig ist es Ihnen, dass der Partner im Publikum sitzt respektive dass Sie als Partner bei einer Aufführung dabei sind?

Pepe: Christines Meinung ist mir sehr wichtig. Sie schmeichelt mir nicht, sie ist kein Fan, sondern sie sagt direkt, wenn sie merkt, dass ­etwas nicht funktioniert, und sei es, dass das Sakko nicht sitzt.
Christine: Als ich ihn das erste Mal auf der Bühne erlebte, habe ich geweint, so bewegt war ich von seiner Musik und seiner Ausstrahlung. Noch heute bin ich zumindest bei den Premieren dabei und unheimlich stolz auf meinen Mann. Im Rampenlicht steht er aber nur ein paar Stunden, die harte Arbeit findet vorher statt. Und es ist mir noch viel wichtiger, ihn dabei zu unterstützen.

An welchen Ort in Zürich gehen Sie besonders gern mit Ihrem Partner?

Pepe: Wir lebten viele Jahre zusammen mit meinen Töchtern in Zürich-Enge, die die Wohnung behalten haben, als wir vor sieben Jahren nach Frauenfeld zogen. Wenn wir heute in die Stadt kommen, dann besuchen wir neben Freunden und Familie natürlich auch den Zoo Zürich, der ist einfach Weltklasse.
Christine: Wir gehen auch sehr gern in der Altstadt spazieren und besuchen Restaurants. Zürich ist eine grossartige Stadt.

Wer von Ihnen hat zuletzt eine Liebeserklärung gemacht?

Pepe: Beide zugleich, heute Morgen.
Christine: Pepe bringt mir jeden Morgen Tee und Birchermüesli ans Bett. Und das geht auch immer mit einer Liebesbezeugung einher.

Gut zu wissen: Christine und Pepe Lienhard

Christine Lienhard (48) ist Gründerin und Präsidentin der Stiftung Lebensfreude, die sich für Clownbesuche bei dementen, kranken und betagten Menschen sowie bei Menschen mit Behinderung, in Heimen und Institutionen engagiert.

Pepe Lienhard (72) ist eine Schweizer Ikone: Seit 50 Jahren gehört der Band­leader, Entertainer und Musiker zur Spitze des Showgeschäfts. Er stand mit vielen Weltstars auf der Bühne: von Frank Sinatra und Sammy Davis jun. über Udo Jürgens bis Whitney Houston.
Am 20. und 21. Oktober tritt Pepe Lienhard im Rahmen seiner Tournee «World of Music» mit seiner 25-köpfigen Big Band im Theater 11 in Oerlikon auf und wird ein wahres Feuerwerk der Orchestermusik zünden. www.pepelienhard.ch

Pepe und Christine Lienhard sind vor sieben Jahren von der Stadt Zürich nach Frauenfeld gezügelt, wo sie in einem alten Bauernhaus leben mit ihrem Schäferhund Garou, Hasen und vielen Hühnern.

Tickets zu gewinnen!

Das Tagblatt verlost 2 × 2 Tickets für das Konzert von Pepe Lienhard vom Samstag, 20. Oktober 2018, im Theater 11. Senden Sie uns eine E-Mail mit Namen, Adresse, Telefonnummer und dem Betreff Pepe an: gewinn@tagblattzuerich.ch

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Leserkommentare

Rita Wullimann - Ich habe mich sehr über das Interviews gefreut und grüsse das sympatische Ehepaar ganz herzlich

Vor 1 Jahr 1 Monat  · 
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