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Lifestyle

Karin Widmers Lieblingsrezept: Aargauer Rüeblitorte.

"Viele Rüebli machen den Kuchen saftig"

Von: Ginger Hebel

03. März 2015

Kochserie: Das «Tagblatt» schaut in die Kochtöpfe von Familien, Paaren und Singles. Sie verraten uns, was sie am liebsten für ihre Liebsten kochen und backen. Heute sind wir zu Gast bei der Kommunikationsfachfrau Karin Widmer.

Gut kochen heisst nicht, dass man stun­denlang in der Küche stehen muss, findet Karin Widmer. Sie kocht, was ihr Spass macht: Flammkuchen mit Birne und Roquefort, Salat mit bayerischem Schlemmerdressing, Sonntags­pizza und oft und gerne Schmor- und Niedergargerichte. «Die lassen sich gut vorbereiten, sodass man mehr Zeit für die Gäste hat», sagt die 34-Jährige. Sie liebt alles rund ums Kochen, gemütliche Dinner mit ihrem Mann genauso wie gesellige Abende mit Freunden. «Wenn man sich wünscht, der Abend wäre unendlich, weil es so gemütlich ist, essen, reden, trinken, lachen, leben», das schreibt Karin auf ihrem Foodblog myprivatedinner.blogspot.ch

Hier lädt sie ihre Rezepte und Fotos der fertigen Gerichte hoch. «Ich möchte zeigen, dass es auch mit wenigen Zutaten möglich ist, feine Gerichte zu kochen. Es braucht nicht immer die Wurzel aus Hinterindien», sagt die Kommunikationsfachfrau. Ihr Lieblingsrezept: Aargauer Rüeblitorte. Das Rezeptbuch dazu hat ihr die Schwiegermutter zu ihrem 29. Geburtstag geschenkt. Seither backt sie die Torte liebend gern, für ihren Mann, für Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn und natürlich für sich selber. Das Rezept hat sie leicht ab­gewandelt. «Ich verwende mehr Rüebli als angegeben, weil es den Kuchen saftiger macht. Und ganz wichtig: grosse Bio-Eier, die man lange schaumig schlägt, damit der Kuchen schön luftig wird.» Sie verfeinert den Teig mit Nelkenpulver, Zimt und Zitronensaft.

Die Freude am Kochen liegt in der Familie. «Bei uns kochen alle gut, aber bei jedem schmeckts anders.» Karin wuchs in der Nähe von München auf, vor fünf Jahren ist sie nach Zürich gezogen. Sie erinnert sich gern an ihre Kindheit zurück, als es bei ihrer Oma in Bayern den hochgelobten Schweinebraten gab – Schweinsbron mit ­Ripperl und Knödel. «Sie stand jeden Tag in der Küche, hat geschnetzelt und gebrutzelt und mittags für alle gekocht. Oft sassen 15 Leute am Tisch, das war immer sehr schön», erzählt Karin. Mit ihrem Mann wohnt sie in einer Neubauwohnung in Altstetten, mit offener Küche, modernen Geräten und viel Platz zum Kochen. Im Sommer kommt das erste gemeinsame Kind zur Welt. Jetzt, während der Schwangerschaft, muss sie auf ihren geliebten Schimmelkäse verzichten, «aber das ist ja nur vorübergehend», sagt sie und ­raffelt die Rüebli für ihre Torte.

Sie legt Wert auf einen schön gedeckten Tisch und präsentiert das Amuse-Bouche gerne auf der Schieferplatte, das Auge isst ja schliesslich mit. Ohne welches Gewürz würde sie nie anfangen zu kochen? «Salz und Pfeffer», sagt sie prompt. «Sie sind elementar, ich mag scharfes, würziges Essen.» Immer, wenn sie an ihre Heimat Bayern denkt, hat sie den Geschmack von knusprigem Vollkornbrot in der Nase. «Deutsches Brot schmeckt anders, manchmal fehlt es mir hier.» Darum backt sie es sich häufig selber, aus ­Dinkelmehl, mit Sesam, Leinsamen, Sonnenblumen- und Kürbiskernen, bis die ganze Wohnung nach ofenfrischem Brot riecht.

 

Karin Widmers Rüeblikuchen-Rezept:

Zutaten:

350 Gramm frische Rüebli

300 Gramm gemahlene Mandeln

300 Gramm Rohrzucker

5 grosse Bio-Eier

4 gehäufte EL Mehl

1 gestrichener TL Backpulver

1 El Zitronensaft

1 gestrichener TL Zimt

1 Prise Nelkenpulver

1 kleine Prise Salz

3 El Kirschbrand

Puderzucker

1 Packung Marzipan-Rüebli

Gehackte Pistazien

Zubereitung

Ofen (Ober- und Unterhitze) bei 200 Grad vorheizen. Runde Springform (26 cm) mit Butter einfetten. Rüebli schälen und raffeln.

Zucker in der Rührschüssel abwiegen und zusammen mit den 5 Eigelb und dem Zitronensaft schaumig schlagen. Geraffelte Rüebli zusammen mit den Mandeln unterheben.

Zimt, Nelkenpulver, Salz und Kirsch beimischen. Zum Schluss 4 gehäufte Esslöffel Mehl und 1 gestrichenen Teelöffel Backpulver unterrühren.

Steif geschlagenes Eiweiss mit einem Geizhals (langstieligem Teigschaber) locker unterheben und den Teig damit nochmals kräftig aufschlagen.

Auf mittlerer Schiene bei 200 Grad 55 minuten backen. Aus dem ofen nehmen, Ring lösen und auf einem umgestürtzen, erhöhten Gitter abkühlen lassen. Wenn der kuchen vollständig abgekühlt ist, mit Puderzucker, Marzipan-Rüebli und gehackten Pistazien verzieren.

Hier gehts zu Kochserie Teil 1

Hier gehts zu Kochserie Teil 3

Hier gehts zu Kochserie Teil 4

Hier gehts zu Kochserie Teil 5

Sind auch Sie kochbegeistert? Dann melden Sie sich: ginger.hebel@tamedia.ch

 

 

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Leserkommentare

monika fuchs - Sorry, gefällt mir gar nicht. Mein Rezept ist OHNE Mehl. Ohne Backpulver. Dafür 6 Eier. Ohne Mehl bleibt der Kuchen lange feucht. Alkohol muss wirklich nicht sein.

Vor 5 Jahren 2 Monaten  · 
Noch nicht bewertet.

ilse sedlmayr - Ich liebe Karins blog- die Rezepte und die wunderbaren Bilder ermuntern zum schnellen Nachkochen, Nachbacken und Nachdekorieren! Der Rüblikuchen ist einfach genial! Freu mich schon auf die nächsten Einträge in my private dinner!!! Herzliche Gruesse, Ilse

Vor 5 Jahren 2 Monaten  · 
Noch nicht bewertet.