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Buchen im Reisebüro: Auch Offerten kosten

Von: Ginger Hebel

13. April 2015

Fragen kostet nichts? Doch. Wer eine unverbindliche Offerte im Reisebüro einholt, muss dafür bei manchen Reiseveranstaltern happige Gebühren zahlen.

Leserin G. will in die Ferien: keine komplizierte Rundreise, sondern entspannte Badeferien. Sie hat im Reisekatalog ein hübsches Hotel entdeckt und möchte wissen, ob das Pauschalangebot zum gewünschten Termin noch verfügbar sei und was es koste. Sie schickt eine E-Mail an ein Reisebüro und wird darauf aufmerksam gemacht, dass für die Offerte 80 Franken in Rechnung gestellt werden, sollte sie das Angebot nicht buchen. Bucht sie es, wird der Betrag angerechnet. Verlangen Reisebüros neuerdings Gebühren für unverbindliche Offerten? Wir wollten es genauer wissen.

Kuoni hat letztes Jahr eine Gebühr in der Höhe von 80 Franken für Offerten eingeführt. «In den letzten Jahren fand Missbrauch statt. Die Leute haben sich Insiderwissen geholt und dann im Internet nach Alternativen gesucht und selber gebucht», sagt Kuoni-Mediensprecher Peter Brun. Zürcher Reisebüros wollen mit Gebühren für Offerten vermeiden, dass Personen sich von Profis beraten lassen und dann im Internet Preise vergleichen und selber buchen.

Diese Entwicklung stellt auch Gianni Zambelli fest, der am Bleicherweg das Reisebüro Leibacher betreibt. «Es kommt vor, dass Leute sich von uns beraten lassen und dann im Internet ihre Ferien buchen, wie sie sich auch im Fotogeschäft über eine Kamera informieren und sie dann online anderswo bestellen.» Trotzdem erstellt er noch heute kostenlos Offerten, wenn es sich um schnelle Abklärungen handelt und jemand beabsichtigt, bei ihm eine Reise zu buchen. «Man kann ja nicht für alles Geld verlangen», so Zambelli.

Bei STA Travel werden keine Gebühren für Offerten erhoben – einzige Ausnahme: Angebote für Around-the-World-Tickets. Anders bei Globe­trotter: Hier ist die Höhe der Gebühr für Offerten und provisorische Flugreservationen abhängig vom Aufwand und beträgt zwischen 50 und 200 Franken. Die Kosten werden in Rechnung gestellt, falls sich der Kunde gegen eine Buchung entscheidet, bei Buchung wird die Gebühr als Anzahlung angerechnet. Wünscht sich ein Kunde eine Offerte, wird er auf die anfallende Gebühr aufmerksam gemacht. «So kann der Kunde entscheiden, ob ihm diese Dienstleistungen die Kosten wert sind», sagt Sandra Studer von Globetrotter. Denn eine gute Offerte auszuarbeiten, sei aufwendig, und diese Zeit soll entschädigt werden. «Entschliesst er sich, die offerierten Leistungen auf einem anderen Buchungskanal zu erwerben, ist mit der Gebühr unser Aufwand zu einem grossen Teil entschädigt», begründet Studer.

Bei TUI sind persönliche, telefonische sowie E-Mail-Anfragen zu einem bestimmen Angebot mit kurzer Abklärungszeit in der Regel kostenlos, wie Roland Schmid von TUI Suisse bestätigt. Für schriftliche Offerten mit mehreren Leistungen sowie Gruppenreisen wird, je nach Aufwand, eine Beratungsgebühr ab 70 Franken verrechnet. Dieser Betrag wird bei einer Buchung angerechnet. Roland Schmid: «Die Kunden verstehen diese Praxis, wenn das Vorgehen begründet wird. Das Ausarbeiten von komplexen Offerten ist zeitintensiv und erfordert Know-how und Erfahrung.»

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Leserkommentare

Rolf Steiner - Nun, "Dummheit"," Bequemlichkeit" und "Gleichgültigkeit" hatten immer einen hohen Preis. Und wenn der Schweizer idas akzeptiert, soll er auch dafür dafür kräftig blechen.Vielleicht macht sich auch mal jemand die Mühe darüber
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Vor 4 Jahren 3 Monaten  · 
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