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Fahrlehrer Peter Boller posiert vor seiner «Bestie». Bild: JS

Der Fahrlehrer und seine "Bestie"

Von: Jan Strobel

27. Oktober 2015

Fahrlehrer Peter Boller lässt seine Schüler in einem ganz besonderen Gefährt durch Zürich kurven – in einem feuerroten Tesla.

«Ich hab ihn ‹die Bestie› genannt», sagt Peter Boller, und in seinem ­Gesicht widerspiegelt sich echte Liebe. «Er ist ein richtiger Wolf im Schafspelz, schauen Sie sich ihn nur an.» Die Bestie steht am Strassenrand in der Falkenstrasse, in sportlichem Feuerrot. Die Bestie, das ist ein Tesla, Modell S 85 P, 476 PS, Elektroantrieb mit einer Höchst­geschwindigkeit von 210 km/h, Beschleunigung von 0 auf 100 in 4,4 Sekunden, Kaufpreis: 110 000 Franken. Dieser Tesla ist Teil des Fuhrparks, mit dem die Fahrschüler Bollers tagtäglich in der Stadt unterwegs sind. «In einem solchen Auto fahren zu lernen, das ist ein unvergessliches Erlebnis», sagt Boller, während gerade Passanten die Bestie bewundernd begutachten, zu fachsimpeln beginnen, neugierig ihr Inneres inspizieren.

Boller, der bereits seit 34 Jahren als Fahrlehrer arbeitet, ist schweizweit der Einzige, der sich seit Beginn dieses Jahres ein solch exklu­sives Angebot für seine Schüler leistet. Auf den ersten Blick reibt sich der Betrachter dieses Wunderwerks der Technik die Augen: Ist dieses Fahrzeug überhaupt geeignet für Fahrschüler? «Wer zum ersten Mal in einem Tesla hinter dem Steuer sitzt, der hat Respekt, besonders natürlich Fahrschüler. Sie merken aber sehr schnell, dass es nichts Angenehmeres und Sichereres gibt, als dieses Auto zu fahren», sagt Boller und schiebt gleich augenzwinkernd eine Frage nach: «Und wenn Sie die Wahl hätten, mit einer Cesna oder einer Boeing zu fliegen, was würden Sie wählen?» Für diejenigen Schüler, die dann doch leicht verunsichert bleiben, bietet der Tesla eine besonders ausgefeilte Funktion: Im sogenannten Valet-Modus fährt das Auto mit gedrosselter Leistung maximal 112 km/h statt der üblichen 210.

Überhaupt: Zeitgeistiger und umweltschonender fahren zu lernen, findet Fahrlehrer Boller, ginge es eigentlich kaum. Denn immerhin ist der Tesla ein reines Elektrofahrzeug, das mit voll aufgeladener Batterie 400 Kilometer Reichweite erreicht. Unter Anhängern der Elektromobilität ist dieses Auto aus dem kalifornischen Palo Alto gewissermassen der grüne Maserati – und der Beweis dafür, was in diesem oft belächelten und immer noch stockend vorangehenden Bereich des Autobaus alles möglich ist. «Dieses Auto», sagt denn auch Boller, «es lebt mit dem Fahrer, es denkt mit, passt sich ihm an.»

Das Fahrverhalten seiner Schüler ist im Tesla-Bordcomputer gespeichert. Boller drückt auf «Luca», und schon beginnt sich der Sitz zu bewegen, justieren sich die Spiegel, genau so, wie es der Fahrschüler individuell braucht. Das scheint nicht nur Boller zu gefallen, sondern auch James Bond. Der fährt nämlich auch einen Tesla.

www.verkehrskunde.ch

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Leserkommentare

Amalia Baumgartner - Vielen Dank für den Beitrag. Schön zu sehen, dass die Fahrschule den Umweltschutz so ernst nimmt. Hoffentlich wird das in Zukunft für alle <a href='http://www.fahrschule-1-2-3.net/' > Fahrschule</a>n möglich.

Vor 3 Jahren 2 Monaten  · 
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