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Warum?

Foto: Keystone

Was macht eigentlich ...

Von: Andy Fischer

12. Februar 2016

Uriella. Weltuntergangsprophetin? (aktualisiert am 12. Februar 2016)

Lange Zeit war es schwierig, von Uriella und ihrem Ehemann Icordo k e i n Interview zu erhalten. Keine Chance für einen öffentlichen Auftritt liessen sie aus, waren Stammgäste in Talkshows von RTL, Sat 1 bis hin zum Schweizer Staatsfernsehen, füllten die Zeitungsspalten von «20  Minuten», «Blick» und «Bild».

Seit Jahren aber scheuen die beiden die Öffentlichkeit wie der Teufel das Weih­wasser. Das letzte Lebenszeichen der 1929 in Zürich als Erika Bertschinger geborenen Gründerin der Endzeitsekte Fiat Lux (Es werde Licht) datiert vom Sommer 2011. Damals hatte sich der Religions­experte Georg Schmid schriftlich beim Ordenssitz im Schwarzwald nach Uriellas Befinden erkundigt. «Ihr Gesundheitszustand ist nach wie vor unverändert. Trotz grösster Schmerzen erfüllt sie dennoch tagtäglich ein Mammutprogramm als Ordensmutter», hiess es unter anderem in der Antwort, unterschrieben von Icordo und Uriella. «Ich halte die Unterschriften für echt», sagte Schmid damals zu «20  Minuten». Und heute, zwei Jahre danach? Wie geht es der Frau, die vor genau 40 Jahren nach einem Reitunfall hellsichtig geworden sein will? «Wir geben keine Auskunft», hiess es aus der Sekten-Kommandozentrale gegenüber dem «Tagblatt». Auf die Frage, ob sie noch am Leben sei, sagte das weibliche Ordensmitglied am Telefon dünnlippig: «Aber ganz sicher schon. Auf Wiedersehen und behüte Sie Gott.»


Im Augst 2014 sagte Icordo dem Sonntagsblick: "Uriella ist gelähmt und hat starke Schmerzen. Es wird immer schlimmer. Sie kann das Bett nicht mehr verlassen." Und gemäss dem Blatt hatte auch der Bürgermeister von Ibach Kontakt mit ihr, wenn auch nur telefonischen.


Im Februar 2016 verriet ein Sektenmitglied der Glückspost: "Uriella geht teilweise durch die Hölle, nimmt keine Schmerzmittel. Sie klagt nicht." Was genau der inzwischen 87-Jährigen fehlt, weiss niemand so genau. Gerüchteweise leidet die Züricherin an der Nervenkrankheit ALS und kann nur noch die Hände ein wenig bewegen. Warum sich das angebliche Sprachrohr Gottes seit Jahren nicht mehr gemeldet hat, weiss das Sektenmitglied nicht, hält aber fest:"Sie ist nicht weg vom Fenster. Noch lange nicht. Vielleicht nie." 

Die Sekte mit Sitz im Südschwarzwald wird seit Jahren von Uriella-Ehemann Icordo geleitet. Der ehemalige Marketingmann eines grossen Kosmetikherstellers gilt als streng. Das Sektenmitglied zur Glückspost: "Natürlich mag er keine faulen Schüler, um es banal zu sagen."

Inzwischen gehen Fiat Lux langsam, aber sicher die Lichter aus. Die Zahl der Mitglieder ist von einst über 1000 auf ein kümmerliches Grüppchen zusammengeschmolzen. Was die sexuell enthaltsam lebenden Anhänger treiben, wissen die Götter und sagen es nicht. Und Prophezeiungen des selbst ernannten Sprachrohrs Gottes dringen auch keine mehr an die Öffentlichkeit. Die Sektenführerin verkündigte immer wieder den Weltuntergang und stellte auch schon Raumschiffe in Aussicht, die ihre Jünger ins Paradies, bei Uriella ist das der Fantasieplanet Amora, ausfliegen würden.


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Leserkommentare

Tizian högl - findest du ein Raumschiff braucht einen Blinke?

Vor 4 Jahren 5 Monaten  · 
Noch nicht bewertet.

Dieter Golb - Schade, dass Eberhard nicht beim Dixieland geblieben ist. "Pretty Baby" konnte er in den 70ern ganz gut...

Vor 4 Jahren 4 Monaten  · 
Noch nicht bewertet.