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Warum?

Was macht eigentlich...

Von: Ginger Hebel

06. Mai 2014

Bella Neri, Schauspielerin?

Einmal Theater, immer Theater; das trifft zumindest auf Bella Neri zu. Die ausgebildete Schauspielerin machte schon in jungen Jahren Karriere bei Theater, Film und Fernsehen. Gerade war sie im Kindermärchen «Aladdin und die Wunderlampe» im Theater am Hechtplatz zu sehen, wo sie Aladdins Mutter spielte. «Letzte Saison spielten wir über 100 Vorstellungen, nächste Saison werden es noch mehr werden.» Der Zürcher Märchenbühne hält sie seit Jahrzehnten die Treue. «Für Kinder zu spielen, ist etwas Besonderes. Sie sind ein ehrliches Publikum, dem man kein X für ein U vormachen kann. Wenn man aber alles richtig macht, dann lassen sie sich verzaubern und vergessen alles um sich herum.»

Ab Mitte Oktober schlüpft sie im Kindermärchen «Die kleine Hexe» gleich in drei verschiedene Rollen, spielt die Sumpfhexe, das Waldfraueli und die Gemüsehändlerin. «Das wird hektisch, da ich immer schnell die Outfits wechseln muss.» Vor zehn Jahren hat sie schon einmal bei diesem Märchen mitgewirkt, sie erinnert sich gut, wie sie damals versehentlich ohne aufgeklebte Hexennase auf die Bühne ging. «Es merkte es niemand, ausser Erich Vock, er sieht alles.»

Seit über 50 Jahren spielt sie Kasperlitheater im Park im Grüene in Rüsch­likon und hat mit Legenden wie Jörg Schneider, Ines Torelli und Paul Bühlmann gearbeitet. Einer breiten Öffentlichkeit wurde Bella Neri bekannt, als sie fürs Schweizer Fernsehen die Sendung «Tipps für Sie» moderierte. «Wenn man beim Fernsehen arbeitet, wird man wahnsinnig schnell bekannt, man ist aber auch schnell weg vom Fenster.» Zwölf Jahre lang moderierte sie zudem das «Coop Mittwochstudio», eine Werbesendung. «Auf eine Art hat mir das auch geschadet. Ich wurde abgestempelt als ‹Madame Coop› und habe dadurch Fernsehrollen nicht bekommen», resümiert sie. Das Jobangebot hat sie damals angenommen, weil es lukrativ war und sie als Alleinerziehende durch die wenigen Drehtage mehr Zeit für ihre beiden Töchter hatte.

Noch heute gibt sie Lesungen und erzählt Senioren in Altersheimen oder im Spital über ihr Leben und ihren Beruf. «Sie hören gern zu.» Bella Neri ist 72, im Geiste lebendig, nur die Arthrose schränkt sie ein, weit laufen kann sie deshalb nicht mehr. «Darunter leidet meine Lebensqualität, aber auf der Bühne geht es immer noch gut.» In ihrer Freizeit kocht sie gern für viele Gäste. «Ich kann noch so erschöpft heimkommen, nach dem Händewaschen fange ich an zu schnetzeln.»

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